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Sarah Wiener Koechin: Sarah Wiener — Pressefoto deutsch-österreichische TV-Köchin und Gründerin der Sarah-Wiener-Stiftung
gossip-promikoeche2026-05-01

Sarah Wiener: Koechin, Politikerin, Stiftung

Sarah Wiener ist Koechin, Aktivistin und war fuenf Jahre MdEP fuer die oesterreichischen Gruenen. Ihre Stiftung bringt Kindern seit 2007 das Kochen bei.

Foto: Animagus / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
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Wie verbindet Sarah Wiener Koechin-Sein und Politik?

Sarah Wiener verknuepft beides ueber das Thema Ernaehrung: Als Koechin zeigt sie, wie gutes Essen entsteht, mit ihrer Stiftung bringt sie das Kindern bei, und als ehemalige Europaabgeordnete kaempfte sie gegen Pestizide wie Glyphosat. Fuer sie ist die Kueche der Ort, an dem Politik konkret wird.

Sarah Wiener ist eine der wenigen Koechinnen, die du genauso wahrscheinlich in einer Kueche, in einer Talkshow oder auf einer Politik-Buehne in Bruessel triffst. Geboren 1962 in Halle, aufgewachsen in einer oesterreichischen Familie, lebt und arbeitet sie seit Jahrzehnten in Berlin. Du kennst sie wahrscheinlich aus dem TV, aber ihr eigentliches Werk ist groesser: ein Gastro-Imperium mit Catering, Restaurants und einem Cafe im Hamburger Bahnhof, eine Stiftung fuer Kinder-Ernaehrung und fuenf Jahre als Abgeordnete im Europaparlament. Kochen, Bildung und Politik gehoeren bei ihr zusammen. Wer ihr zuhoert, merkt schnell: Essen ist fuer sie nie nur Geschmack, sondern eine Frage davon, wie wir leben wollen.

Karriere: Von Wien nach Berlin

Sarah Wiener kam 1962 als Tochter des oesterreichischen Schriftstellers Oswald Wiener in Halle zur Welt. Die Familie war kuenstlerisch gepraegt, das Geld knapp, der Ton oft rau. In jungen Jahren ging sie zurueck nach Oesterreich, lebte in Wien, brach Schule und Lehre ab und probierte sich durch. Mit Anfang zwanzig landete sie in Berlin, damals noch Mauerstadt mit Hinterhof-Lokalen und einer Subkultur, die viele Lebenswege moeglich machte.

Sie stieg ueber das Catering ein, kochte fuer Filmsets, Galerien und Theaterproduktionen. Wer in den 90ern in Berlin eine Premiere oder eine Vernissage gab, kam an ihr kaum vorbei. Aus dem Catering wuchs eine kleine Firma, dann ein Team. Sarah Wiener war Autodidaktin, hatte nie eine klassische Kochlehre gemacht. Genau das wurde Teil ihrer Marke: pragmatisch, regional, ohne den hierarchischen Drill klassischer Stargastronomie.

Ende der 90er und Anfang der 2000er folgten die ersten eigenen Lokale. Berlin wurde zum Labor fuer eine Bio-Bewegung, die damals noch belaechelt wurde. Sarah Wiener stand mittendrin. Ihre Linie: gute Produkte, klare Herkunft, kein Schnickschnack. Diese Haltung trug sie spaeter in alle anderen Rollen mit.

Was sie von vielen TV-Koechen unterscheidet: Sie hat den ganzen Weg selbst gemacht. Kein Sterne-Coach, kein Mentor mit grossem Namen, kein Marketing-Team in der Anfangsphase. Sie hat Rechnungen geschrieben, Personal eingestellt, sich mit Behoerden gestritten. Das hoert man ihr bis heute an, wenn sie ueber Gastronomie spricht. Sie redet wie eine Unternehmerin, nicht wie ein Aushaengeschild.

Gastronomie-Imperium

Das Aushaengeschild war jahrelang "Sarah Wieners Restaurant" im Hamburger Bahnhof, dem Museum fuer Gegenwartskunst in Berlin-Moabit. Restaurant und Cafe gehoerten zusammen, das Publikum war eine Mischung aus Kunstszene, Touristen und politischem Berlin. Hier verband sich ihre Idee von Essen mit Kultur: regional, saisonal, mit klarer Bio-Linie, aber nie esoterisch.

Parallel lief das Catering weiter, mittlerweile mit groesseren Auftraegen aus Politik, Wirtschaft und Filmindustrie. Spaeter kam Schloss Diedersdorf suedlich von Berlin dazu, ein historisches Anwesen mit Schloss-Cafe, Veranstaltungsflaechen und einem Hofladen-Charakter. Diedersdorf wurde ueber die Jahre nicht nur Geschaeftsadresse, sondern auch ihr Lebensmittelpunkt.

Dazu kommen weitere Bio-Cafes, Buchprojekte und Kooperationen mit Lebensmittel-Marken. Die Linie bleibt: kleine Strukturen, regionale Lieferanten, nachvollziehbare Herkunft. Wer in der deutschen Bio-Gastro etwas vorhat, kennt ihre Adresse. Im Lauf der Jahre hat sie mehrere Konzepte wieder geschlossen oder uebergeben, wenn sie nicht mehr trugen. Auch das gehoert dazu und ist bei ihr ungewoehnlich offen kommuniziert. Wachsen, schrumpfen, neu aufsetzen, das ist bei Sarah Wiener Teil des Modells, nicht das Eingestaendnis eines Misserfolgs.

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TV-Karriere

Einem grossen Publikum wurde Sarah Wiener durch das Fernsehen vertraut. Auf ARTE lief ueber mehrere Staffeln "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener". Sie reiste durch europaeische Regionen, kochte mit Bauern, Fischern, Hirten und Winzern, statt im Studio Posen einzunehmen. Das Format war leise, neugierig und genau das Gegenteil der lauten Show-Kueche, die im Privat-TV gerade Hochkonjunktur hatte.

In der ARD war sie Stammgast in Kochrubriken und Talkrunden, im ZDF gab es Gastauftritte rund um Ernaehrungsthemen. Spaeter verschob sich der TV-Anteil mehr in Richtung politische Formate. Du sahst sie zunehmend bei Maischberger, Lanz oder Will, oft als Stimme fuer Landwirtschaft, Pestizide oder Tierhaltung. Das war kein Bruch, sondern eine logische Verlaengerung ihrer Themen.

Auffaellig ist, was sie nicht gemacht hat. Keine grosse Casting-Jury, keine Werbung fuer Tiefkuehl-Pizza, keine Dauerschleife im Vorabend-Fernsehen. Sarah Wiener hat TV-Angebote sortiert, nicht abgesammelt. Das hat sie wirtschaftlich vermutlich Geld gekostet, ihre Glaubwuerdigkeit aber gestuetzt. Spaeter zahlt sich das aus, wenn aus einer Koechin eine Politikerin wird, die im Plenum ueber Bauernhoefe spricht.

Sarah Wiener Stiftung

2007 gruendete sie die Sarah Wiener Stiftung mit dem Ziel, Kindern den Umgang mit echten Lebensmitteln beizubringen. Der Hintergrund: In vielen Familien wird kaum noch zusammen gekocht, Fertigprodukte sind Alltag, Geschmacksbildung faellt aus.

Das bekannteste Programm der Stiftung ist "Ich kann kochen!", umgesetzt in Kooperation mit der Krankenkasse Barmer. Erzieherinnen und Lehrkraefte werden zu sogenannten Genussbotschaftern fortgebildet und kochen anschliessend regelmaessig mit Kindern in Kitas und Grundschulen. Die Reichweite ist erheblich: Hunderttausende Kinder bundesweit sind ueber die Jahre erreicht worden.

Daneben laufen Projekte zu Schulbauernhoefen, Ernaehrungsbildung und politischer Aufklaerung. Die Stiftung ist keine reine PR-Klammer, sondern operatives Geschaeft mit Standorten, Teams und festen Strukturen. Fuer Sarah Wiener ist das der Hebel, an dem sie langfristig die meiste Wirkung sieht: bei Kindern, bevor Essgewohnheiten zementiert sind. Wer ihre Reden hoert, merkt, dass dieses Thema fuer sie nicht verhandelbar ist.

Finanziert wird die Arbeit ueber Stiftungspartner, Foerderprogramme und private Spender. Sarah Wiener selbst nimmt fuer ihre Stiftungsarbeit nach eigenen Angaben kein Gehalt. Sie nutzt vielmehr ihre TV-Bekanntheit als Tueroeffner, um neue Kooperationen zu sichern. Genau hier wird die Verzahnung zwischen Marke, Geschaeft und Stiftung sichtbar: Ohne die Koechin Sarah Wiener gaebe es die Stiftung in dieser Form nicht, und ohne die Stiftung waere die Koechin nur halb so glaubwuerdig.

Politik: MdEP 2019-2024

2019 trat Sarah Wiener fuer die oesterreichischen Gruenen bei der Europawahl an und zog ins Europaeische Parlament ein. Fuenf Jahre lang sass sie als MdEP in Bruessel und Strassburg, schwerpunktmaessig im Ausschuss fuer Landwirtschaft und laendliche Entwicklung sowie im Umweltausschuss.

Ihre Themen waren erwartbar und konsequent: Pestizidreduktion, Glyphosat, Bienensterben, Tierwohl, Lebensmittelkennzeichnung. Sie machte oeffentlich Druck, wenn EU-Kompromisse aus ihrer Sicht zu weich ausfielen, und sie nutzte ihre mediale Bekanntheit, um Agrarthemen aus den Fachseiten in die Hauptnachrichten zu heben.

Innerhalb der Gruenen-Fraktion galt sie als pointierte Stimme, nicht als Parteitaktikerin. Ihre Reden im Plenum waren oft persoenlich, manchmal kantig, selten Floskel. 2024 trat sie nicht erneut an. Die fuenf Jahre Politik haben ihre Themen aber dauerhaft verschoben: Sarah Wiener ist heute genauso Politikerin im Ruhestand wie aktive Lobbyistin fuer eine andere Landwirtschaft.

Hinzu kommt ein Detail, das oft uebersehen wird. Sie sass im EU-Parlament fuer Oesterreich, nicht fuer Deutschland, obwohl sie in Berlin lebt. Diese Konstellation gab ihr eine ungewoehnliche Aussenperspektive auf die deutsche Agrar- und Lebensmittelpolitik. Sie konnte ueber deutsche Verhaeltnisse reden, ohne im deutschen Parteienbetrieb zu sitzen. Wer ihre Auftritte aus dieser Zeit anschaut, merkt, wie sehr sie diese Doppelrolle bewusst genutzt hat.

Privatleben

Sarah Wiener lebt seit Jahren auf Schloss Diedersdorf suedlich von Berlin. Das Anwesen ist Wohnort, Arbeitsort und Bezugspunkt fuer Familie und Team zugleich. Sie hat einen Sohn aus frueherer Beziehung, ueber den sie kaum oeffentlich spricht.

Lange Zeit war ihre Partnerschaft mit dem Manager und Coach Peter Buchenau oeffentlich bekannt, dazu gab es Interviews und gemeinsame Auftritte. Heute haelt sie ihr Privatleben enger. Du wirst sie selten in Society-Geschichten finden, sondern eher in Reportagen ueber Hofgaerten, Bienenstoecke oder Stiftungsprojekte. Diese klare Trennung zwischen oeffentlicher Marke und privater Person ist Teil ihres Profils. Sie spricht ueber Politik, ueber Bauernhoefe, ueber Pestizide, aber selten ueber Beziehungen. Genau das macht sie in einer durchmediatisierten Promi-Landschaft zur Ausnahme.

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Das Wichtigste

  • Sarah Wiener wurde 1962 in Halle (Saale) geboren und ist oesterreichische Staatsbuergerin.
  • Ihre Stiftung existiert seit 2007 und bringt Kindern bundesweit das Kochen bei.
  • Von 2019 bis 2024 war sie MdEP fuer die oesterreichischen Gruenen in Bruessel.
  • Im Hamburger Bahnhof Berlin fuehrte sie jahrelang Restaurant und Cafe.
  • Heute lebt und arbeitet sie auf Schloss Diedersdorf bei Berlin.
  • Glyphosat, Bienensterben und Schulessen sind ihre politischen Kernthemen.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Gastrosingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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