Es ist Mittwochabend in Lörrach, kurz vor 20 Uhr. In einer Hotelküche nahe dem Bahnhof stehen zwölf Berufsköche um einen Arbeitstisch, einer löst eine Forelle aus dem Wiesental aus, ein anderer schneidet Spargel aus Neuenburg in dünne Scheiben, daneben diskutieren zwei über die Frage, ob ein Gutedel aus Müllheim besser zur Tarte flambée passt als ein Riesling. Im Hintergrund klingt das Tram aus Basel, das nur acht Kilometer weiter südlich an der Endhaltestelle wendet. Niemand trägt Servicekleidung, niemand schaut panisch auf die Uhr. Das hier ist Vereinsabend im Kochclub Lörrach.
Der Kochclub Lörrach e.V. ist 1964 gegründet worden, von Kurt Waldhecker, einem Koch, der den Wert eines lokalen Berufsnetzwerks früh erkannt hat. Heute, über sechzig Jahre später, läuft der Verein unter der ZV-Nummer 712 im Landesverband Baden-Württemberg und gehört zum Verband der Köche Deutschlands. Wer in Lörrach, Weil am Rhein oder Rheinfelden in einer Profiküche steht, kommt früher oder später mit diesem Verein in Kontakt, oft über einen Kollegen, der den Quereinsteiger zum Vereinsabend mitnimmt.
Kochclub Lörrach 1964: Wer hier organisiert ist
Der Verein bündelt rund 50 Berufsköchinnen und Berufsköche aus dem Dreiländereck. 1. Vorsitzender ist Martin Lehmann, erreichbar mobil unter 0172 7374572 und per Mail an sm.lehmann@freenet.de. Kassier ist Peter Henke. Gründer und erster Vorsitzender Kurt Waldhecker wurde 1991 mit der Rudolf-Achenbach-Ehrennadel in Gold mit Brillant ausgezeichnet, einer der höchsten Anerkennungen im VKD.
Eingebettet ist der Kochclub in den Landesverband Baden-Württemberg mit seinen 23 Zweigvereinen und rund 1.400 organisierten Köchen. Lörrach ist innerhalb dieses Netzes ein kleiner, aber sehr stabiler Knoten. Die Mitgliederzahl liegt seit Jahren bei rund 50, was im direkten Vergleich zum Kochverein Stuttgart mit etwa 200 Mitgliedern überschaubar wirkt. Genau das ist im Dreiländereck aber auch der Punkt. Bei 50 Mitgliedern kennt jeder jeden, Vereinsabende werden zur kollegialen Runde statt zur anonymen Veranstaltung.
Aktivitäten gibt es das ganze Jahr. Vereinsabende mit Fachvortrag und gemeinsamem Kochen, regionale Saisonthemen vom Markgräfler Spargel bis zum Wiesentaler Wild, Verkostungen mit Winzern aus dem direkten Umland und Treffen mit Kollegen aus dem Elsass und der Region Basel. Die kleine Größe macht den Verein flexibel, neue Themen finden schneller den Weg auf die Jahresplanung.
Köche-Vereine als Hubs für Branchen-Singles
Köche und Köchinnen leben in einem Rhythmus, der jeder klassischen Partnersuche zuwiderläuft. Service abends, Samstag durchgekocht, Mittagspause kurz und gestört. Wer in dieser Welt jemanden sucht, der diesen Takt versteht, braucht Anschluss an die Branche. Eine Partnersuche für Köche über eine spezialisierte Plattform funktioniert für die strukturierte Suche, ein lokaler Verein für die ungeplanten Begegnungen.
Der Kochclub Lörrach ist kein Dating-Verein. Aber wenn zwölf Berufsköche an einem Mittwoch ohne Servicedruck am gleichen Tisch stehen, entstehen Gespräche, die im Restaurantalltag nie passieren. Niemand muss erklären, warum er Samstag nicht kann. Niemand wundert sich über die nächtliche Wachheit. Die Frequenz stimmt, die Sprache stimmt, und genau das ist im Dreiländereck wichtiger als anderswo, weil die Branche kleiner ist und sich schneller persönlich kennt.
Im kleinen Verein mit 50 Mitgliedern intensiviert sich dieser Effekt. Wer dreimal beim Vereinsabend war, hat alle aktiven Mitglieder mindestens einmal getroffen. Beziehungen entstehen am Rand des Beruflichen oft natürlicher als im aktiven Match-Modus. Wer parallel strukturiert sucht, kombiniert den Verein mit einer Plattform wie Gastrosingles, gerne ergänzt um die Frage Sommelier sucht Frau, die im weinaffinen Markgräflerland viele Köche und Sommeliers gleichermaßen umtreibt.

