Es ist Mittwochabend in den Mannheimer Quadraten. In einer Küche zwischen P5 und Q6 stehen zwölf Berufsköchinnen und Berufsköche um einen Tisch, einer pariert Saiblingsfilets aus dem Pfälzerwald, daneben prüft ein Kollege aus Ludwigshafen einen Fond aus Rinderknochen. Niemand trägt Servicekleidung, niemand schaut nervös auf die Uhr. Das hier ist kein Dienst. Das ist Vereinsabend im Club der Berufsköche Mannheim/Ludwigshafen.
Der Club ist 1904 gegründet worden und hat im Januar 2025 im Radisson Blu Hotel sein 120-jähriges Bestehen gefeiert. Wer in Mannheim oder Ludwigshafen in einer professionellen Küche steht, kommt früher oder später mit diesem Verein in Kontakt, sei es über den Lehrbetrieb, über die Jugendmeisterschaft 2024 in Mannheim oder über einen Kollegen, der einen zum Neujahrsempfang mitschleppt.
Club der Berufsköche: Ein Verein, zwei Bundesländer
Der Club bündelt rund 60 Berufsköchinnen und Berufsköche aus Mannheim, Ludwigshafen und der Metropolregion Rhein-Neckar. Im Landesverband Baden-Württemberg läuft er unter der Zweigvereinsnummer 726. 1. Vorsitzender ist Klaus-Peter Wamich, an seiner Seite stehen Mirko Mechler als 2. Vorsitzender und Klaus Mathey als Ehrenvorsitzender. Schriftführer ist Martin Cuadra-Braatz, Kassiere sind Detlef Schulz und Werner Kögel.
Die Besonderheit fällt auf, sobald man auf die Landkarte schaut. Mannheim liegt in Baden-Württemberg, Ludwigshafen direkt auf der anderen Rheinseite in Rheinland-Pfalz. Der Verein verbindet beide Städte seit über 120 Jahren in einer einzigen Organisation und ist organisatorisch beim Landesverband Baden-Württemberg verankert. Diese Konstellation gibt es so kein zweites Mal im Verband der Köche Deutschlands, sie ist Ausdruck einer Region, die seit Jahrzehnten wirtschaftlich und gastronomisch eine Einheit ist.
Aktivitäten gibt es das ganze Jahr. Vereinsabende mit Fachvortrag und gemeinsamem Kochen, Saisonkalender-Themen, der Neujahrsempfang als gesellschaftlicher Höhepunkt, Branchen-Reisen und die Nachwuchsförderung über die Jugendmeisterschaft des VKD. Der Landesverband Baden-Württemberg, in den der Club eingebettet ist, organisiert insgesamt rund 1.400 Köche in seinen Zweigvereinen.
Warum Köche-Vereine zu Single-Hubs werden
Köche und Köchinnen leben in einem Rhythmus, der den meisten Beziehungen das Leben schwer macht. Service abends, Wochenenden in der Küche, Mittagspause kurz und unterbrochen. Wer in dieser Welt jemanden sucht, der den Job versteht, hat zwei Optionen. Branchen-spezifische Partnersuche für Köche online oder ein Offline-Netzwerk, das von sich aus aus genau diesen Menschen besteht.
Der Club der Berufsköche fällt unter die zweite Kategorie, ohne sich je als Dating-Plattform zu verstehen. Aber wenn zwölf Berufsköche ohne Servicedruck am gleichen Tisch stehen, passieren Gespräche, die im Restaurantalltag nie entstehen. Niemand muss erklären, warum er am Samstag nicht kann. Niemand wundert sich, wenn jemand um halb zwölf noch hellwach ist. Die Frequenz stimmt, die Sprache stimmt, und das ist die halbe Miete.
Dazu kommt ein Generationenmix, den klassische Apps nicht hinbekommen. Auf einem Vereinsabend stehen 25-jährige Jungköchinnen neben 55-jährigen Küchenchefs. Das ist nicht primär Dating, aber Beziehungen entstehen am Rand des Beruflichen oft natürlicher als im aktiven Match-Modus. Wer ergänzend strukturiert suchen will, kombiniert den Verein mit einer Plattform wie Gastrosingles und der dortigen Beratung zur Sommelier sucht Frau Frage, die im Rhein-Neckar-Raum wegen der direkten Pfalz-Anbindung eine eigene Tiefe bekommt.

