Es ist erster Montag im Monat, irgendwo zwischen Villingen-Schwenningen und Furtwangen. In der Küche eines Gasthofs stehen ein gutes Dutzend Berufsköche um den Pass, einer der Selbständigen führt durch seinen Betrieb, ein Vertreter eines Lieferanten zeigt eine neue Saisonware, daneben diskutieren zwei Küchenchefs über Forellen aus dem Schwarzwald und die Frage, ob man Knöpfle wirklich noch von Hand schaben soll. Niemand trägt Servicekleidung. Das hier ist Vereinsabend im Verein der Köche Schwarzwald-Baar.
Der Verein ist 1971 gegründet worden, damals noch unter dem Namen Verein der Köche Hochschwarzwald. Heute deckt er ein deutlich größeres Gebiet ab als der ursprüngliche Name vermuten lässt, vom Hochschwarzwald bis an die Schwäbische Alb. Wer in dieser Region in einer Profiküche steht, kennt ihn entweder direkt oder über einen Kollegen, der einen am Montagabend mitnimmt.
Verein der Koeche Schwarzwald-Baar: Wer hier organisiert ist
Der Verein ist Zweigverein im Landesverband der Köche Baden-Württemberg und gehört damit zum Verband der Köche Deutschlands. Im Landesverband läuft er unter der ZV-Nummer 709. Den Vorstand bilden Michael Steuerwald als 1. Vorsitzender und Salvatore Cimino als 2. Vorsitzender. Kassier ist Stephan Dulheuer, Schriftführerin Jutta Weißer, Beisitzer Harry Franz. Anfragen laufen über die Vereinsseite koecheschwarzwaldbaar.de.
Das Einzugsgebiet ist groß. Der Verein liegt an der Schnittstelle der Bahnachsen Stuttgart-Freiburg und Konstanz-Offenburg und zieht Mitglieder vom Hochschwarzwald über den Schwarzwald-Baar-Kreis bis an die Schwäbische Alb. In einer Region mit dieser Ausdehnung und vergleichsweise geringer Bevölkerungsdichte ist ein zentraler Berufsverband fast wichtiger als in einem Ballungsraum, weil es die Alternative schlicht nicht gibt.
Die Aktivitäten sind handfest. Vereinsabende einmal im Monat, traditionell am ersten Montag, abwechselnd bei selbständigen Kollegen im Betrieb. Dazu Fachvorträge, Firmenpräsentationen, Betriebsbesichtigungen und Erfahrungsaustausch. Aus der Vereinsstruktur sind über die Jahre eine Kegelgruppe, ein Stammtisch sowie eine Radler- und Motorradgruppe gewachsen. Das ist Vereinsleben im klassischen Sinn, und es trägt seit über fünfzig Jahren.
Warum lokale Koeche-Vereine zu Single-Hubs werden
Berufsköche leben in einem Rhythmus, der den meisten Beziehungen wenig Spielraum lässt. Abenddienst, Wochenenden in der Küche, Mittagspause kurz und oft unterbrochen. Wer in dieser Welt jemanden sucht, der den Job versteht, hat zwei Optionen. Eine branchenspezifische Partnersuche für Köche online oder ein Offline-Netzwerk, das ohnehin aus genau diesen Menschen besteht.
Der Verein der Köche Schwarzwald-Baar fällt in die zweite Kategorie, ohne sich je als Dating-Plattform zu verstehen. Aber wenn ein Dutzend Berufsköche am ersten Montag im Monat ohne Servicedruck am gleichen Pass stehen, passieren Gespräche, die im Restaurantalltag nicht entstehen. Niemand muss erklären, warum am Samstag kein Theater geht. Niemand wundert sich, wenn jemand um halb zwölf nachts noch klar im Kopf ist. Genau das senkt die Schwelle für alles, was darüber hinaus entstehen könnte.
Dazu kommt die Bandbreite der Begleitgruppen. Wer keine Lust auf Fachvortrag hat, fährt mit der Motorradgruppe in den Schwarzwald oder sitzt am Stammtisch. Diese informellen Formate sind oft entscheidender als der offizielle Vereinsabend. Wer ergänzend strukturiert suchen will, kombiniert das Vereinsleben mit einer Plattform wie Gastrosingles und schaut sich Themen wie Sommelier sucht Frau an, die für die weinaffine Schwarzwald-Bodensee-Region durchaus passen.

