Es ist ein Donnerstagabend irgendwo zwischen Vohwinkel und Elberfeld. In einer Küche steht ein Koch nach der Schicht, schaut auf sein Telefon und liest die Einladung zum naechsten Treffen der Bergischen Köche. Diesmal in Solingen, danach geht es um regionale Produkte aus dem Bergischen und um die Frage, wer im Sommer wieder beim oeffentlichen Spargelschaelen mit anpackt. Genau hier wird die Sache mit dem Kochverein Wuppertal ehrlich. Einen Verein, der nur diesen Stadtnamen traegt, gibt es schlicht nicht.
Wuppertal ist mit rund 355.000 Einwohnern die groesste Stadt des Bergischen Landes und vor allem bekannt fuer ein Verkehrsmittel, das es so kein zweites Mal gibt. Die Schwebebahn schwebt seit ueber 120 Jahren ueber der Wupper und ist Wahrzeichen, Alltagsverkehr und Touristenmagnet zugleich. Kulinarisch liegt die Stadt im Herzen einer Region mit eigener Esskultur, der Bergischen Küche, und genau dort ist auch der zustaendige Koche-Verein verwurzelt.
Kochverein Wuppertal, ehrlich eingeordnet
Der Befund vorweg, weil er die ganze Geschichte traegt. Es gibt keinen eingetragenen Verein, der ausschliesslich den Namen Kochverein Wuppertal fuehrt. Der regionale Koche-Verein im Bergischen Land sind die Bergischen Köche. Sie wurden am 25. November 1969 im Restaurant des Solinger Stadttheaters gegruendet, der Initiator war Peter Fahnler gemeinsam mit 16 Kollegen. Der Verein traegt also nicht den Namen Wuppertals, deckt aber das gesamte Rhein-Wupper-Einzugsgebiet ab.
Zu diesem Einzugsgebiet zaehlen Solingen, Remscheid, Leverkusen, Langenfeld, Leichlingen, Hilden, Haan, Burscheid, Hueckeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen. Wuppertaler Berufsköche sind in genau diesem Verein zu Hause, eingebettet in den VKD-Landesverband Nordrhein-Westfalen. Wer also Kochverein Wuppertal sucht, meint in der Praxis die Bergischen Köche. Wir erfinden hier bewusst keine eigene Wuppertaler Vereinsstruktur und keine Mitgliederzahlen, die sich nicht belegen lassen.
Ein Verein mit Geschichte und Haltung
Die Bergischen Köche sind ein gutes Beispiel dafuer, dass ein Verein mehr sein kann als ein Stammtisch mit Satzung. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Gruendung 1969 ist der Verein eine feste Groesse in der Region. Das Selbstverstaendnis reicht ueber den fachlichen Austausch hinaus, denn die Mitglieder engagieren sich seit Langem sozial. Sie unterstuetzen regionale Projekte und spenden unter anderem fuer die Kinderkrebshilfe.
Eine besonders sichtbare Aktion ist das oeffentliche Spargelschaelen. Mitglieder schaelen in der Saison oeffentlich Spargel, und der Erloes geht an soziale Einrichtungen, etwa an das Kinderheim Kannenhof. Solche Aktionen zeigen, wie der Verein funktioniert. Es geht um das gemeinsame Handwerk, um den kollegialen Zusammenhalt und um einen Beitrag fuer die Region. Konkrete Vorstandsnamen lassen wir hier bewusst offen, weil Aemter gewaehlt werden und sich nicht jederzeit oeffentlich tagesaktuell belegen lassen. Belegt ist die Gruendungsfigur Peter Fahnler.

