Es ist ein Donnerstagabend oberhalb von Titisee-Neustadt. In der Lehrküche eines Hochschwarzwald-Hotels stehen zwölf Berufsköchinnen und Berufsköche an einem Edelstahltisch, einer brät Zander aus dem Schluchsee an, ein anderer arbeitet an einem Wildragout vom Feldberg, daneben diskutieren zwei über die richtige Reifung eines klassischen Schwarzwälder Schinkens. Niemand trägt Servicekleidung, niemand schaut nervös auf die Uhr. Das ist kein Dienst. Das ist Vereinsabend im Club der Köche Südlicher Hochschwarzwald.
Der Verein ist der historische Anker der Berufsküche zwischen Titisee, Feldberg und St. Blasien. Wer in dieser Region in einer professionellen Küche steht, kommt früher oder später mit ihm in Kontakt, sei es über den Lehrbetrieb, über den Ball der Köche oder über einen Kollegen, der einen am Vereinsabend mitnimmt.
Club der Köche Südlicher Hochschwarzwald: Wer hier organisiert ist
Der Club der Köche Südlicher Hochschwarzwald e.V. bündelt Berufsköchinnen und Berufsköche aus einer Region, die von Titisee-Neustadt über St. Blasien und Bernau bis zum Notschreipass reicht. Im Verband der Köche Deutschlands läuft er unter der ZV-Nummer 720, im Landesverband Baden-Württemberg ist er einer der traditionsreichen Zweigvereine.
Der Vorstand wurde bei der Mitgliederversammlung Mitte April neu aufgestellt. 1. Vorsitzender ist Daniel Goos, sein Vorgänger war Norbert Goos. 2. Vorsitzender ist Franz-Josef Schmidt, Kassenwart Jürgen Hartkopf, Schriftführer Matthias Bockstaller, Jugendwart Alexander Maier, unterstützt von Hubert Mayer und Tobias Winkelmann. Festwart ist Florian Mäule, Pressewart Volker Hupfer, die Social-Media-Arbeit übernimmt Ivan Lagunas.
Eingebettet ist der Verein in eine größere Struktur. Der VKD-Landesverband Baden-Württemberg umfasst 23 Zweigvereine mit rund 1.400 organisierten Berufsköchen. Im südlichen Hochschwarzwald sitzt der Verein damit in einem Netz, das von Stuttgart über Karlsruhe bis an den Bodensee reicht. Zentrale Veranstaltung ist der Ball der Köche, der offen für jedermann ist und mit einem Teilerlös gemeinnützige Projekte in der Region finanziert. Dazu kommen Vereinsabende, Nachwuchsformate und Auftritte unter dem VKD-Dach.
Warum lokale Köche-Vereine zu Single-Hubs werden
Köche und Köchinnen leben in einem Rhythmus, der den meisten Beziehungen das Leben schwer macht. Service abends, Wochenenden in der Küche, Hochsaison wenn andere Urlaub haben. Im Hochschwarzwald verschärft die Tourismus-Saison diesen Takt zusätzlich. Wer in dieser Welt jemanden sucht, der den Job versteht, hat zwei Optionen. Branchen-spezifische Partnersuche für Köche online oder ein Offline-Netzwerk, das von sich aus aus genau diesen Menschen besteht.
Der Club der Köche Südlicher Hochschwarzwald fällt unter die zweite Kategorie, ohne sich je als Dating-Plattform zu verstehen. Aber wenn ein Dutzend Berufsköche ohne Servicedruck am gleichen Tisch stehen, passieren Gespräche, die im Hotelalltag nie entstehen. Niemand muss erklären, warum er an Silvester gearbeitet hat. Niemand wundert sich, wenn jemand um Mitternacht noch hellwach ist. Die Frequenz stimmt, die Sprache stimmt, und das ist die halbe Miete. Dazu kommt der Generationenmix: 25-jährige Jungköchinnen aus der Berufsschule Titisee neben 55-jährigen Küchenchefs aus etablierten Schwarzwaldhotels. Wer ergänzend strukturiert suchen will, kombiniert den Verein mit einer Plattform wie Gastrosingles und der dortigen Beratung zur Sommelier sucht Frau Frage, die in einer Region mit Badischer Weintradition vor der Haustür greifbar bleibt.

