Sachsen-Anhalt ist eines der unterschätzten Gastgewerbeländer Deutschlands. Zwischen Brocken, Magdeburger Dom, Lutherstadt Wittenberg und den Weinhängen an Saale und Unstrut arbeitet eine Branche, die ohne Landesverband im Magdeburger Landtag kaum gehört würde. DEHOGA Sachsen-Anhalt bündelt rund 3.500 Mitgliedsbetriebe und sortiert die Interessen zwischen Harzer Familienpension, Wittenberger Reformations-Hotellerie und Sterne-Küche in der Landeshauptstadt. Wer hier kocht, kellnert oder ein Hotel führt, kommt an diesem Verband nicht vorbei. Diese Cluster-Page zeigt dir Struktur, Köpfe und aktuelle Themen, und warum der Verband für dich mehr ist als ein Briefkopf in Magdeburg.
DEHOGA Sachsen-Anhalt: Zahlen & Fakten
DEHOGA Sachsen-Anhalt, mit vollem Namen Hotel- und Gaststättenverband Sachsen-Anhalt e.V., vertritt rund 3.500 Mitgliedsbetriebe. Damit gehört er zu den mittelgroßen Landesverbänden unter dem Dach des DEHOGA-Bundesverbandes. Sitz ist Magdeburg, die Hauptgeschäftsstelle liegt zentral in der Landeshauptstadt, in Reichweite zum Landtag von Sachsen-Anhalt und zur Staatskanzlei.
Hauptgeschäftsführer ist Michael Schmidt. Er führt die Geschäftsstelle, vertritt den Verband nach aussen und ist erster Ansprechpartner für Politik, IHKs und Mitgliedsbetriebe. Der Vorstand ergänzt die ehrenamtliche Spitze und kommt aus Hotellerie, Gastronomie und Cateringbranche des Landes.
Die Mitgliederbasis ist breit gefächert. Sie reicht vom Harz-Hotel in Schierke und Wernigerode über Fachwerk-Pensionen in Quedlinburg, Stadthotels in Magdeburg und Halle, Weingutsrestaurants in Freyburg und Naumburg bis zu Cateringunternehmen in Bitterfeld und Reformations-Hotels in der Lutherstadt Wittenberg. Wirtschaftlich ist die Branche kein Randthema. Tourismus und Gastgewerbe gehören zu den größeren Arbeitgebersektoren in Sachsen-Anhalt, vor allem in den Tourismusregionen Harz und Saale-Unstrut.
DEHOGA Sachsen-Anhalt: Aufgaben & Schwerpunkte
Der Verband ist Arbeitgeberverband, Lobbyist und Servicestelle in einem. Politisch sitzt er bei jeder Anhörung im Magdeburger Landtag mit am Tisch, wenn es um Gastgewerbe, Tourismus oder Arbeitsmarkt geht. Tarifpartner ist die Gewerkschaft NGG, mit der die Lohnabschlüsse für Köche, Hotelfachkräfte und Servicekräfte im Land verhandelt werden.
Im Tourismus ist DEHOGA Sachsen-Anhalt eine Schlüsselfigur, denn das Land lebt von einer ungewöhnlichen Trinity: Harz im Norden mit Brocken, Brockenbahn, Wernigerode und Quedlinburg als UNESCO-Welterbe, Lutherstadt Wittenberg in der Mitte mit weltweitem Reformations-Erbe und Saale-Unstrut im Süden als nordlichstes Weinanbaugebiet Europas. Dazu kommt das Bauhaus Dessau-Rösslau, ebenfalls UNESCO-Welterbe und Anker für Architektur- und Designtourismus.
Der Verband arbeitet eng mit dem Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt und der Tourismusmarketing-Gesellschaft Sachsen-Anhalt zusammen und mischt sich ein, wenn Tourismusstrategien oder Förderprogramme im Landtag verhandelt werden. Besonders der Harz, der mit Niedersachsen und Thüringen eine gemeinsame Tourismusregion bildet, ist politisch sensibel. Hier geht es um Brockenbahn-Finanzierung, Nationalpark-Regeln, Wander-Infrastruktur und Bettenkapazitäten in Schierke, Braunlage und Wernigerode.
Saisonal sind zwei Blöcke besonders präsent. Im Sommer dominiert Wandertourismus im Harz und Weintourismus an Saale-Unstrut, im Herbst die Weinlese und das Luther-Reisejahr rund um den Reformationstag, im Winter Wintertourismus und Weihnachtsmärkte in Wernigerode, Quedlinburg und Halle. Der Verband begleitet diese Spitzen mit politischen Forderungen nach besserer Infrastruktur, Förderung und Personalverfügbarkeit.
Servicethemen gehören genauso zum Alltag. Rechtsberatung für Mitglieder, Musterarbeitsverträge, Hilfen bei Hygiene- und Brandschutzauflagen, Beratung bei Betriebsübergaben und Fortbildungen für Führungskräfte. Wer in Sachsen-Anhalt einen Betrieb führt, holt sich hier oft die erste Antwort, bevor er einen Anwalt anruft. Auch bei Energieabrechnung, Versicherung und Lieferanten-Konditionen tritt der Verband als Verhandlungspartner auf und sichert Rabatte, die ein Einzelbetrieb nie aushandeln könnte.
DEHOGA Sachsen-Anhalt & Ausbildung
Ausbildung ist eines der Kernthemen. DEHOGA Sachsen-Anhalt sitzt in den Prüfungsausschüssen der IHK Magdeburg und der IHK Halle-Dessau und vertritt die Arbeitgeberseite in der dualen Ausbildung. Koch und Köchin, Hotelfachfrau und Hotelfachmann, Fachkraft für Gastronomie und Fachkraft Küche werden an Berufsschulen in Magdeburg, Halle, Dessau und Wernigerode unterrichtet.
Der Verband betreibt eigene Nachwuchskampagnen, geht in Schulen und auf Berufsorientierungsmessen. Besonders in den Tourismusregionen Harz und Saale-Unstrut wird offensiv um Auszubildende geworben, oft in Kooperation mit den lokalen Tourismusverbänden. Wer eine Lehre im Gastgewerbe Sachsen-Anhalts macht, taucht statistisch früher oder später auch in DEHOGA-Berichten auf.
Praktisch sieht das so aus: Ein Schlosshotel in Wernigerode bildet seine Restaurantfachkräfte zusammen mit der Berufsschule in Halberstadt aus, ein Weingut in Freyburg schickt seine Lehrlinge nach Naumburg, ein Hotel in Magdeburg kooperiert direkt mit der dortigen Berufsschule. DEHOGA Sachsen-Anhalt koordiniert dazwischen, sammelt Prüfungsergebnisse, organisiert Berufswettbewerbe der Jugend im Gastgewerbe und macht Lobbyarbeit, wenn Berufsschulstandorte zur Disposition stehen.
DEHOGA Sachsen-Anhalt: Aktuelle Themen 2026
Drei Themen dominieren die Pressearbeit 2026. Erstens die Mehrwertsteuer auf Speisen, die nach dem temporären Sieben-Prozent-Schub während der Energiekrise wieder zum Dauerstreit gewachsen ist. DEHOGA Sachsen-Anhalt kämpft mit dem Bundesverband für eine dauerhafte Absenkung und argumentiert mit Betriebsschließungen im ländlichen Raum, vor allem in der Altmark und im Harzvorland.
Zweitens der Strukturwandel ehemaliger Industriestandorte. Bitterfeld-Wolfen, Halle-Neustadt, das Mansfelder Land und Teile des Süden des Landes haben einen langen Umbau hinter sich. Gastronomie und Hotellerie spielen dabei eine Rolle als weicher Standortfaktor: Wer Fachkräfte aus West- oder Süddeutschland anwerben will, braucht Restaurants, Cafes und Hotels, die Lust auf einen Wechsel machen. Der Verband fordert hier gezielte Förderung und einfachere Genehmigungsverfahren für Neugründungen.
Drittens Tourismus-Marketing. Sachsen-Anhalt hat Marken, die über Landesgrenzen hinaus ziehen: Harz, Lutherstadt Wittenberg, Bauhaus Dessau, Magdeburger Dom, Saale-Unstrut. Die Konkurrenz aber sitzt direkt nebenan. Der Harz wird zusammen mit Niedersachsen und Thüringen vermarktet, Saale-Unstrut konkurriert mit Sachsen und Thüringen um Weintouristen, Bauhaus muss sich gegen Weimar behaupten. DEHOGA Sachsen-Anhalt drängt auf stärkere Landes- und Bundes-Förderung für ganzjährigen Tourismus jenseits der Sommer- und Weihnachtsspitzen.
Daneben gibt es eine vierte Linie, die selten in den Hauptschlagzeilen landet, aber Mitgliedsbetriebe direkt betrifft: Bürokratieabbau. Dokumentationspflichten, Allergenkennzeichnung, Verpackungsverordnung, Bonpflicht und Kassennachschau sind das Tagesgeschäft, an dem sich kleine Wirte abarbeiten. DEHOGA Sachsen-Anhalt ist eine der wenigen Stimmen, die diesen Aufwand regelmäßig in den Landtag trägt.







