Es ist Freitagabend in einer Hotelkueche in Goslar. Ein gutes Dutzend Berufskoechinnen und Berufskoeche steht um einen Edelstahltisch, einer pariert Hirschruecken aus dem Harz, ein anderer rollt Harzer Roller in einer Pfanne, daneben diskutieren zwei ueber die richtige Bindung einer Wildjus mit Wacholder und Schlehe. Niemand traegt Servicekleidung. Das ist Vereinsabend in der Vereinigung Harzer Koeche.
Der Harz ist Deutschlands noerdlichstes Mittelgebirge, gleichzeitig Bergregion mit Resort-Hotellerie, Wanderdestination und UNESCO-Welterbe in Goslar mit Kaiserpfalz und Rammelsberger Bergwerk. Wer hier in einer professionellen Kueche steht, kocht zwischen Wildbret, Bergkaeserei, Brockenwild und einer Resort-Klientel, die das ganze Jahr ueber Saison hat.
Zahlen und Fakten zur Vereinigung
Die Vereinigung Harzer Koeche von 1948 e.V. wurde am 9. Februar 1948 im Cafe Reack in Bad Harzburg gegruendet und ist Zweigverein 306 im VKD-Landesverband Niedersachsen. Der Verband der Koeche Deutschlands ist der bundesweite Dachverband mit Sitz in Frankfurt, der Landesverband Niedersachsen deckt das gesamte Flaechenland zwischen Nordsee und Harz ab.
Die Mitgliederzahl liegt bandbreitig im Bereich von rund 60 bis 100 Berufskoechinnen und Berufskoechen aus dem gesamten Harz-Raum. Erster Vorsitzender ist Torsten Reitzig, im Vorstand unterstuetzt von Joerg Schlamelcher und Klaus-Dieter Koltermann. Der frueher langjaehrige Vorsitzende Michael Klutt hat nach 20 Jahren an der Spitze den Vorstand uebergeben. Vorstaende werden laut VKD-Statut alle zwei Jahre gewaehlt.
Die Vereinswebseite harzer-koeche.de ist gepflegt und mit ausfuehrlicher Vereinshistorie versehen, die einzelne Jahre von 1981 bis heute dokumentiert. Geschaeftsstelle und Termine laufen ueber diese Adresse.
Aktivitaeten zwischen Stammtisch und Bergkueche
Das Vereinsleben im Harz laeuft auf mehreren Spuren. Stammtische sind der regelmaessige Treff fuer Mitglieder. Fachabende mit Vortrag oder gemeinsamem Kochen sind oft saisonal getaktet, mit klarem Bezug zur Harzer Wildkueche, zu Bergkaese aus Sankt Andreasberg und zu klassischen Speisen wie Harzer Roller, Sauerbraten mit Klitsch und Wildschwein-Goulasch.
Eine eigene Marke der Vereinigung ist der Wettbewerb Harzer Jugendmeister, der seit Jahren Auszubildende und junge Berufskoeche foerdert. Er gilt als Modell fuer vergleichbare regionale und nationale gastronomische Wettbewerbe. Der VKD verweist auf den Wettbewerb regelmaessig als Best-Practice fuer Nachwuchsfoerderung. Wer junge Talente sucht, kommt am Harzer Jugendmeister nicht vorbei.
Dazu kommt das Engagement im Umfeld der IHK Braunschweig-Wolfsburg, der BBS Goslar und der Berufsschulen in Wernigerode. Mitglieder sitzen in Pruefungsausschuessen, begleiten Auszubildende durch Zwischen- und Abschlusspruefung und sind im Pruefungs- und Bewertungswesen aktiv.

