Wenn Tim Mälzer Pause macht, springt ein alter Bekannter ein. Bei Kitchen Impossible Staffel 11 auf VOX war das in drei Folgen Roland Trettl – ein Szenario, das Fans der Sendung seit Jahren herbeigewünscht hatten. Der Südtiroler Spitzenkoch, der bis 2013 das Restaurant Ikarus im Red Bull Hangar-7 in Salzburg leitete, kennt das Format von innen und brachte eine eigene Dynamik mit: ernsthafter, kompromissloser, bisweilen geradezu wissenschaftlich.
Drei Episoden, drei Duelle – Roland Trettl als Kitchen-Impossible-Gastgeber
Mälzer machte in Staffel 11 offiziell Auszeit – kein Kommentar, keine Erklärung, nur der Einschub: Roland Trettl übernimmt. Das erste Duell am 19. April 2026 war ein Lehrer-Schüler-Aufeinandertreffen in Salzburg. Martin Klein, einst Mitarbeiter unter Trettl im Ikarus, stand seinem ehemaligen Chef gegenüber. Was nach Heimspiel für Trettl klingt, wurde zur kniffeligen Angelegenheit: Klein kennt Trettls Vorlieben, seine Stärken und die blinden Flecken – und nutzte das aus.
Lukas Mraz: Der Ungeschlagene als Gegner
Am 3. Mai 2026 folgte das zweite Duell in Wien. Lukas Mraz, Sohn des legendären Gastronomen Ernst Mraz und selbst Küchenchef im Mraz & Sohn, galt damals als einer der letzten Ungeschlagenen im Kitchen-Impossible-Universum. Trettl vs. Mraz war ein Aufeinandertreffen zweier Köche aus demselben österreichischen Kulturkreis – mit identischer Produktphilosophie, aber vollkommen unterschiedlichen Ausdrucksformen. Das Ergebnis überraschte auch die Stammzuschauer.
Hans Neuner und der Abschluss im Mai
Folge drei am 24. Mai 2026 brachte Roland Trettl gegen Hans Neuner. Neuner, Zwei-Sterne-Koch im Ocean Restaurant in Portugal, ist für seine atlantischen Einflüsse bekannt – eine Welt, die Trettl aus seiner Ikarus-Zeit kennt, ohne sie täglich zu leben. Das Duell war das technisch anspruchsvollste der drei Episoden und hob Trettls Kitchen-Impossible-Gastspiel auf ein Niveau, das weit über eine bloße Vertretung hinausging.
Roland Trettl: Wer er ist, wie er kocht, was ihn antreibt
Roland Trettl wurde am 3. Juli 1971 in Bozen, Südtirol, geboren. Seine Eltern betrieben ein Hotel, der Weg in die Küche war früh angelegt. Die Lehrjahre führten ihn durch die internationale Spitzengastronomie, ehe er 2003 das Restaurant Ikarus im Hangar-7 in Salzburg übernahm. Das Konzept war damals revolutionär: Jeder Monat ein anderer Gastkoch aus aller Welt, präsentiert im selben Rahmen. Trettl kochte nicht für sich, sondern für die Idee.
Zehn Jahre Ikarus, ein Michelin-Stern 2004, mehr als hundert internationale Gastköche – und dann der bewusste Schnitt. Trettl verließ das Restaurant 2013 und entschied sich gegen das Modell des klassischen Starkochs. Heute berät er Gastronomiekonzepte, ist Miteigentümer der Gewürzmanufaktur STAY SPICED und prägt als Juror bei The Taste (Sat.1, seit 2016) sowie als Gastgeber von First Dates Hotel (VOX) das deutsche TV-Bild vom modernen Koch.
Was Trettl von anderen TV-Köchen unterscheidet
Er erklärt, ohne zu zeigen. Er bewertet, ohne zu urteilen. Diese Haltung zog sich durch seine drei Kitchen-Impossible-Folgen: Kein Ausrasten, keine Hysterie, kein Mälzersches Theatral. Stattdessen präzise Beobachtungen, scharfe Fragen an die Kontrahenten und eine Ruhe, die aus echter handwerklicher Sicherheit kommt. Wer ihn bei First Dates Hotel erlebt hat, weiß: Trettl ist ein Mensch mit klaren Prioritäten – und das macht ihn als TV-Persönlichkeit glaubwürdig.







