Manchmal braucht ein Zwei-Sterne-Koch keine ausgefallenen Zutaten, um ins Schwärmen zu geraten. Alexander Herrmann hat am 1. Juli 2026 auf Instagram eine Liebeserklärung an einen Münchner Kultsnack gepostet, die sogenannte Taxisemmel. Sein Urteil fiel eindeutig aus: legendär, großartig, einzigartig gut. Und das für eine Leberkäs-Laugensemmel, die für 3,90 Euro direkt aus der Restaurantküche geholt wird.
Was steckt hinter der Taxisemmel?
Die Taxisemmel ist ein offenes Geheimnis der Münchner Innenstadt. Das Restaurant Zum Franziskaner am Opernplatz serviert Leberkäs in einer Laugensemmel, allerdings nicht auf üblichem Wege. Der Name hat eine Geschichte: Taxifahrer, die früher vor der Staatsoper auf Fahrgäste warteten, holten sich den Snack direkt in der Küche des Lokals ab, noch vor ihrer Schicht. Diese Gepflogenheit gibt es bis heute. Wer die Taxisemmel bestellen will, klingelt buchstäblich hinter der Kulisse, nicht an der Restauranttheke.
Alexander Herrmann entdeckte diesen Klassiker bei einem München-Besuch und teilte seinen Eindruck sofort. Im selben Post fragte er seine Follower, welchen Senf sie dazu bevorzugen, süßen bayerischen oder mittelscharfen. Eine Frage, die in der Gastroszene ganze Lager spalten kann.
Herrmann zwischen Sterne-Küche und ehrlichem Handwerk
Dass Herrmann sich für solche Alltagsmomente begeistern kann, gehört zu seinem Stil. In Wirsberg (Oberfranken) betreibt er gemeinsam mit Tobias Bätz das Restaurant AURA mit zwei Michelin-Sternen. Parallel dazu ist er seit 2026 Mitglied des Kreisrats Kulmbach und kommentiert regelmäßig die deutsche Gastronomie-Szene in TV und Social Media.
Was ihn von manchen Kollegen unterscheidet: Er macht keinen Unterschied zwischen dem Gourmet-Menü und einem guten Straßensnack. Ein Leberkäs für 3,90 Euro kann genauso viel Qualität liefern wie ein aufwendiges Gericht, wenn das Produkt stimmt und die Zubereitung präzise ist. Genau das ist das Prinzip hinter der Taxisemmel: kein Aufwand, kein Anspruch, nur gute Zutaten und ein klares Konzept.







