So klar das Konzept klingt, so menschlich ist die Realität dahinter. Cornelia gestand in der Sendung Küchenschlacht XXL offen: Wenn sie nachts nach Hause kommt und sagt, sie habe noch mit Remigio und den Gästen zusammengesessen, kann das schon mal eine kleine Spitze auslösen. Grube, der Weltmann, die Führungspersönlichkeit — er ist nicht frei von Eifersucht.
Auch Remigios neue Partnerin Julia fühlt sich ab und zu herausgefordert. Mitternacht, ein Restaurant, Ex-Ehepartner, Weinflaschen. Das ist kein Drama, aber auch kein Nullproblem.
Dass ausgerechnet Rüdiger der Architekt dieser Kooperation ist, macht die Geschichte noch interessanter. Er wollte das Jubiläum gebührend feiern, er wollte, dass Remigio zurückkommt — und er muss jetzt mit den Konsequenzen dieser Entscheidung leben. Das nötige Vertrauen hat er. Den Rest regelt die Zeit.
Wie beide damit umgehen
Was Cornelia und Remigio verbindet: Sie haben gelernt zu trennen. Remigio fasste es in einem klaren Satz zusammen: Heute stehen keine Emotionen eines Paares mehr zwischen uns. Was bleibt, ist Respekt, Routine und ein geteiltes Verständnis davon, was ein Gast braucht.
Die vier — Cornelia, Rüdiger, Remigio und Julia — treffen sich inzwischen auch privat. Zum 18. Geburtstag der gemeinsamen Tochter Paola waren alle dabei. Beim gemeinsamen Abendessen sitzen alle vier am Tisch. Was früher kaum vorstellbar schien, ist heute gelebte Realität.
Das Restaurant als gemeinsamer Boden
2000 eröffneten Cornelia und Remigio Poletto ihr erstes gemeinsames Lokal in Hamburg-Eppendorf. 2005 kam der erste Michelin-Stern. 2008 endete die Beziehung, das Restaurant hielt noch bis 2010 stand. Danach trennte Cornelia Karriere und Privatleben sorgfältig — Remigio verschwand aus dem Betrieb.
Fünfzehn Jahre später ist er zurück. Die Adresse ist dieselbe, der Geist ist ähnlich, aber alles ist anders. Beide haben neue Partner, neue Erfahrungen, neue Ruhe. Die Küche ist Cornelias Revier. Der Gastraum ist Remigios. Und gemeinsam machen sie ein Restaurant zu dem, was es sein soll: einem Ort, an dem man sich wohl fühlt.
Was das für Gastro-Singles bedeutet
Die Geschichte von Cornelia und Remigio Poletto ist nicht kitschig. Sie zeigt etwas Realistisches: Dass aus einer Liebesbeziehung Freundschaft werden kann — wenn beide wollen und wenn die professionelle Ebene sauber getrennt bleibt. Das ist kein romantisches Märchen, sondern harte Arbeit.
Wer in der Gastronomie arbeitet, weiss: Beziehungen in diesem Umfeld sind anspruchsvoll. Schichtdienst, späte Abende, intensive Zusammenarbeit. Die Partnersuche für Köche zeigt, dass es Menschen gibt, die das kennen und trotzdem — oder gerade deshalb — lieben.
Mehr über Cornelias Karriere und Charakter im Cornelia-Poletto-Porträt. Wer wissen möchte, wer Rüdiger Grube genau ist und wie lange die Ehe schon hält, liest weiter beim Beitrag zu Cornelia Poletto und ihrem Mann.