Wer Frank Rosin kennt, kennt einen Mann, der Tacheles redet. Schon seit Jahren sagt er, dass in Deutschland jeder ein Restaurant eröffnen kann, ohne Ausbildung und ohne Leidenschaft. Aber was er jetzt sagt, klingt bitterer als zuvor: Die Romantik stirbt aus.
Frank Rosin und sein Gastronomie-Fazit
Im Interview zur Premiere der vierten Staffel des Kabel-1-Formats Rosins Roadtrip – diesmal in Australien – sprach Rosin nicht nur über Känguru-Fleisch und Tigersnakes. Er sprach über die Branche, die sein ganzes Leben ausmacht. Sein Urteil ist klar: Gastronomie und Hotellerie werden nicht mehr von Gastronomen betrieben, sondern von Ökonomen.
Das ist keine neue Beobachtung. Aber von jemandem, dem sie von Herzen kommt, hört sie sich anders an als aus einem Unternehmensberatungsbericht. Rosin hat fast zwei Jahrzehnte damit verbracht, Rosins Restaurants zu machen – eine Sendung, in der er Betriebe rettet, die kurz vor dem Aus stehen. Nächstes Jahr wird die Sendung 18. Was er dabei gelernt hat: Das eigentliche Problem ist selten die Küche. Es ist das Denken dahinter.
Was Ökonomen in der Gastro anrichten
Wenn ein Restaurant von jemandem geführt wird, der primär auf die Zahlen schaut, verliert es etwas, das sich nicht auf der Speisekarte findet. Rosin nennt es Romantik. Gemeint ist das, was einen Gast immer wieder zurückkommen lässt – nicht weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, sondern weil er sich willkommen fühlt.
In vielen seiner Sanierungsfälle sieht er genau das: Betriebe, die irgendwann aufgehört haben zu kochen und angefangen haben zu kalkulieren. Portionen werden kleiner, der Service gleichgültiger, das Konzept beliebiger. Am Ende schlägt er nicht nur neue Gerichte vor. Er versucht, die Freude am Beruf zurückzubringen.
Er hat dabei auch die Frage nach der Seriosität der Show beantwortet. Lange wurde Rosins Restaurants verdächtigt, inszeniert zu sein. Jetzt lädt er Streamer zu den Produktionen ein, damit sie selbst sehen, wie gearbeitet wird. Das Team, das ihn begleitet, kennt er seit 17 bis 18 Jahren – ungewöhnlich lang für die TV-Branche.
Australien: Was Rosin mitgenommen hat
Die vierte Roadtrip-Staffel führte Rosin mit Alexander Kumptner und Ali Güngörmüş nach Australien. Was ihn beeindruckte, war weniger die Kulinarik – Känguru war nicht sein Ding – als die Haltung der Menschen. Die Australier sind nett, entspannt, aufgeschlossen. Gegen fünf Uhr morgens trifft man am Strand zweihundert Menschen beim Sport und beim Kaffee. Das Leben beginnt früh, und zwar freiwillig.
Was das mit Gastronomie zu tun hat? Eine Menge. Die Leidenschaft für Gastfreundschaft, für das Miteinander am Tisch – das gibt es überall auf der Welt. Es ist kein deutsches Patent und es ist auch nicht ausgestorben. Es wird nur gerade unter betriebswirtschaftlichem Druck begraben.
Was das für Gastro-Singles bedeutet
In der Gastronomie zu arbeiten und gleichzeitig eine Beziehung zu führen, ist eine der härtesten Kombinationen überhaupt. Lange Abende, Wochenenddienste, kein geregelter Feierabend. Was Rosin als Romantik der Branche bezeichnet – die Leidenschaft, das Handwerk, das Gastgeber-Gen – ist auch genau das, was viele Gastro-Beschäftigte an ihrem Beruf lieben. Und was manchmal das Private kosten kann.
Wer versteht, was dieser Beruf verlangt, und trotzdem nach jemandem sucht, der denselben Rhythmus kennt, findet auf der Partnersuche für Köche Menschen aus der gleichen Welt. Den vollständigen Blick auf Frank Rosins Karriere, Restaurant und Engagement gibt es im Profil zu Frank Rosin.







