Wenn du im Food-Business arbeitest, kennst du dieses eine Datum im Kalender: alle zwei Jahre im Oktober macht Köln fünf Tage lang dicht, wegen der Anuga. Die weltgrößte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke ist mehr als ein Branchentreff. Sie ist Pilgerstätte, Trendlabor und Einkaufstour in einem. Rund 7.500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern stellen aus, 170.000 Fachbesucher reisen an. Wer hier nicht war, hat seine Nächte hinterher mit Erklärungen verbracht, warum er nicht da war. Koch, Hotelier, Sommelier, Einkäuferin, Caterer: irgendwann landet jeder in den Hallen der Kölnmesse. Genau deshalb ist die Anuga so eng mit der Stadt am Rhein verwoben, und mit dem Selbstverständnis der gesamten Branche.
Was ist die Anuga?
Anuga steht für „Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung". Die Messe wurde 1919 gegründet, mitten in der wirtschaftlichen Trostlosigkeit der Nachkriegszeit, und ist seitdem nie wirklich kleiner geworden. Seit 1951 ist Köln dauerhafter Heimathafen, getragen wird die Anuga von zwei Säulen: der Kölnmesse GmbH als Veranstalter und der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) als fachlichem Partner. Diese Kombination aus Messe-Profis und Branchen-Lobby gibt der Anuga ihren Status als offizielle Leitmesse.
Die Zahlen waren auch 2025 wieder massiv. Rund 7.500 Aussteller aus über 100 Ländern, dazu etwa 170.000 Fachbesucher aus rund 200 Ländern. Damit liegt die Anuga deutlich vor jeder Konkurrenz: SIAL Paris kommt zwar in eine ähnliche Liga, holt aber weniger internationale Aussteller in einer einzigen Stadt zusammen. Auch die PLMA Amsterdam, die Foodex Tokio oder die Gulfood Dubai bleiben jeweils ein Stück dahinter. Die Anuga deckt das gesamte Spektrum ab, vom Bio-Honig-Manufaktur-Stand bis zum tausend Quadratmeter großen Auftritt eines Tiefkühlriesen.
Anuga 11 Themenwelten
Damit die Masse handhabbar bleibt, ist die Anuga in elf eigenständige Themenwelten geteilt. Jede hat eigene Hallen, eigene Hashtags, eigene Awards. Anuga Fine Food ist die größte und deckt Feinkost, Spezialitäten und internationale Sortimente ab. Anuga Frozen Food versammelt alles, was tiefgefroren in Profiküchen landet. Anuga Meat zeigt Fleisch, Wurst und Convenience, Anuga Bread & Bakery steht für Backwaren, Snacks und Backzutaten.
Dazu kommen Anuga Hot Beverages mit Kaffee, Tee und Kakao, Anuga Drinks mit Wein, Spirituosen, Wasser und alkoholfreien Getränken sowie Anuga Dairy für Milch, Käse und pflanzliche Alternativen. Anuga Organic bündelt das stark wachsende Bio-Segment. Anuga Culinary Concepts richtet sich an Quereinsteiger und Konzept-Gastronomie, Anuga Foodservice an klassische Profiküche und Catering. Anuga Halal schließlich bedient den Halal-zertifizierten Markt mit eigener Halle. Du kannst die Themenwelten getrennt besuchen, die meisten Profis tun das auch, weil drei volle Tage sonst nicht reichen.
Termine & Zahlen
Die Anuga 2025 lief im Oktober 2025 in Köln und war voll. Rund 7.500 Aussteller, 170.000 Fachbesucher, fünf Messetage. Die nächste Ausgabe ist für Anfang Oktober 2027 angesetzt, voraussichtlich vom 4. bis 8. Oktober. Der Zwei-Jahres-Rhythmus ist mit der SIAL Paris abgestimmt, sodass die globale Food-Branche jedes Jahr genau eine Welt-Leitmesse hat, gerade Jahre Paris, ungerade Jahre Köln.
Tickets sind reine Fachbesucher-Tickets und kosten je nach Ausgabe zwischen 75 und 120 Euro im Vorverkauf, an der Tageskasse mehr. Endverbraucher haben keinen Zutritt. Die Anreise ist einer der großen Pluspunkte der Anuga: die Kölnmesse hat mit Köln Messe/Deutz einen eigenen ICE-Bahnhof, liegt direkt am Rhein und ist mit den KVB-Linien 1, 3 und 9 angebunden. Vom Kölner Hauptbahnhof bist du in unter fünf Minuten da. Wer mit dem Auto kommt, sollte sich auf Stau einstellen, zur Anuga ist halb Köln auf den Beinen.
Anuga für Gastronomen
Für Wirte, Köche und F&B-Manager ist die Anuga vor allem eines: ein Sourcing-Marathon. Du findest in fünf Tagen Lieferanten, für die du sonst Monate brauchen würdest. Italienischer Trueffelhersteller, vietnamesische Reis-Manufaktur, schottischer Lachs-Räucherer, peruanischer Kakao-Erzeuger, alles unter einem Dach. Das ist der eigentliche Wert der Messe.
Dazu kommt das Trend-Scouting. Die Anuga Taste Innovation Show kürt vor jeder Ausgabe die spannendsten Neuheiten, von alternativen Proteinen über funktionale Getränke bis zu neuen Aromen-Kombinationen. Wer wissen will, was in zwei Jahren auf der Speisekarte stehen wird, schaut hier zuerst. Auch die Anuga Horizon Conference und die Anuga Drinks Stage liefern dir Vorträge auf Branchen-Niveau. Plane realistisch: ein Tag pro Themenwelt, sonst rennst du nur und siehst nichts.







