Wenn du in der DACH-Hospitality arbeitest und nur eine Schweizer Messe pro Jahr besuchst, dann ist es die IGEHO in Basel. Fünf Tage Premium-Hotellerie, Gastronomie, Take-away und Care kompakt unter einem Dach, und ein Publikum, das nicht nur aus der Schweiz, sondern aus dem ganzen Dreiländereck kommt. Süddeutsche Hoteliers, elsässische Wirte, österreichische Küchenchefs: alle landen irgendwann in den Hallen der Messe Basel.
Die IGEHO ist die offizielle Leitmesse von GastroSuisse und hotelleriesuisse, organisiert von der MCH Group. Sie läuft alle zwei Jahre im November. Die letzte Ausgabe fand vom 14. bis 18. November 2025 statt, gerade vorbei, mit den üblichen rund 600 Ausstellern und etwa 65.000 Fachbesuchern. Die nächste Ausgabe ist für November 2027 geplant. Wer als deutscher Gastronom strategisch plant, setzt sich beide Termine in den Kalender.
Was ist die IGEHO?
Die IGEHO, der Name steht für "Internationale Fachmesse für die Hotellerie, Gastronomie, Take-away und Care", gibt es seit den 1970er Jahren und gehört zum festen Inventar des Schweizer Messekalenders. Veranstaltet wird sie von der MCH Group, dem größten Schweizer Messekonzern, der unter anderem auch die Messe Basel selbst betreibt.
Tragende Partner sind GastroSuisse und hotelleriesuisse. GastroSuisse vertritt rund 20.000 Schweizer Gastronomiebetriebe, hotelleriesuisse rund 3.000 Hotels. Beide Verbände sind auf der IGEHO mit eigenen Ständen, Veranstaltungen und Empfängen präsent. Diese Konstellation macht die Messe zur offiziellen Brücke zwischen Industrie und Branchenpolitik, wer in der Schweizer Hospitality etwas zu sagen hat, ist in diesen fünf Tagen in Basel.
Das Profil ist klar: rund 600 Aussteller, etwa 65.000 Fachbesucher, ein Publikum, das zu rund 90 Prozent aus der Branche kommt. Damit ist die IGEHO deutlich kleiner als die Internorga in Hamburg, aber spezialisierter und dichter. Du laufst nicht durch riesige Hallen mit Endkunden-Trubel, sondern triffst gezielt Fachpublikum. Wer auf der IGEHO ist, hat einen Grund dort zu sein.
Vier Schwerpunkte prägen die Messe: Hotellerie-Ausstattung, Gastronomie und Küchentechnik, Take-away und Convenience, sowie der Care-Sektor, also Verpflegungslösungen für Spitäler, Alters- und Pflegeheime. Letzterer ist ein Schweizer Spezifikum: Die Care-Verpflegung ist in der Schweiz höchst professionalisiert und ein Milliardenmarkt, deutlich weiter entwickelt als in vielen Nachbarländern.
Termine und Zahlen
Die IGEHO läuft im Zwei-Jahres-Rhythmus, immer in der zweiten Novemberhälfte. Die jüngste Ausgabe lief vom 14. bis 18. November 2025, fünf Messetage, täglich von 9 bis 18 Uhr. Die nächste Ausgabe ist für November 2027 geplant, der exakte Termin wird üblicherweise rund ein Jahr vorher veröffentlicht.
Tickets gibt es als Tages- oder Dauerkarten. Die Tagestickets liegen je nach Vorverkauf und Kategorie etwa bei 50 bis 80 Schweizer Franken. Eine Dauerkarte für alle fünf Tage lohnt sich rechnerisch ab zwei Besuchstagen. Mitglieder von GastroSuisse und hotelleriesuisse bekommen Rabatte, Auszubildende und Berufsschulklassen ebenfalls. Aktuelle Preise findest du auf der offiziellen IGEHO-Website der MCH Group.
Die Anreise nach Basel ist für deutsche Gastronomen einfach. Mit dem ICE bist du aus Frankfurt in rund drei Stunden in Basel SBB, aus Karlsruhe in knapp zwei, aus Stuttgart in unter drei. Wer mit dem Auto kommt: Autobahn A5 bis Weil am Rhein, dann über die Grenze. Wichtig ist die richtige Bahnstation, Basel hat drei: Basel SBB (Schweizer Bahnhof), Basel Bad Bf (Deutsche Bahn) und EuroAirport. Die Messe Basel liegt nahe Basel Bad Bf, du kommst von dort in zehn Minuten mit Tram 1 oder 14 hin.
Plane mindestens zwei Tage ein, wenn du die Messe ernsthaft anschauen willst. An einem Tag schaffst du etwa ein Drittel der Hallenfläche, und das nur oberflächlich.
Aussteller-Profil
Das Schweizer Premium-Segment bestimmt das Bild. In der Küchentechnik sind Schweizer Hersteller wie Hugentobler (Steamer, Kombigeräte) oder die Schweizer Tochter von Bartscher prominent vertreten. Bühler aus Uzwil zeigt Bandagen-Lösungen für Industrie- und Großküchen. Internationale Premium-Marken wie Rational, Frima oder MKN sind ebenso da, die Schweiz ist ein wichtiger Absatzmarkt für hochpreisige Geräte.
Im Hotelleriebereich findest du komplette Zimmerausstattungen, Bettenhersteller, Wellness- und Spa-Lösungen, Reinigungssysteme, Hotelsoftware. Der Premium-Anspruch der Schweizer Fünfsterne-Häuser spiegelt sich im Angebot: Hier geht es weniger um Preisdruck, mehr um Qualität und Detail. Schweizer Bettenhersteller wie Hefel oder Diga zeigen Produkte, die in der gehobenen Hotellerie europaweit eingesetzt werden.
Der Care-Sektor ist ein eigener Bereich. Spitäler, Alters- und Pflegeheime in der Schweiz arbeiten mit hoch professionalisierten Verpflegungsketten, üblicherweise mit Cook-and-Chill-Systemen, individualisierten Diäten und Software-gestützten Bestellprozessen. Anbieter wie Menu and More oder die Compass-Tochter Eurest zeigen, wohin die Reise in Deutschland in den nächsten Jahren geht. Wer im deutschen Care-Bereich arbeitet, holt sich hier Inspiration zwei Jahre früher.
Take-away und Convenience bilden den vierten Block: Verpackung (kompostierbar, Mehrweg), Heisstheken, Lieferlogistik, To-go-Konzepte. Auch hier ist die Schweiz oft Vorreiter, die Mehrweg-Pflicht für To-go-Verpackungen, die in Deutschland gerade ausgerollt wird, ist in Teilen der Schweiz schon länger Standard.
Dazu kommen klassische Begleitthemen: Berufsbekleidung, Geschirr, Gläser, Besteck, Tischwäsche. Schweizer Anbieter wie Würsch oder VIPP zeigen Produkte, die in der Spitzenhotellerie europaweit eingesetzt werden. Auch die Welt der Getränke ist breit vertreten, Wein aus dem Wallis, dem Tessin und der Bündner Herrschaft, Schweizer Bier-Spezialitäten, Kaffee-Rösterien und Mineralwasser-Brands.
IGEHO vs. INTERNORGA vs. Intergastra
Drei DACH-Messen, drei Profile. Die Internorga in Hamburg ist die größte und internationalste: über 1.300 Aussteller, rund 90.000 Besucher, breite Aufstellung vom Bistro bis zur Systemgastronomie. Sie läuft jährlich im März und ist die deutsche Leitmesse.
Die Intergastra in Stuttgart ist die süddeutsche Alternative, alle zwei Jahre im Februar, rund 1.400 Aussteller. Starker Bezug zum Handwerk, zur regionalen Küche und zur süddeutschen Hotellerie. Wer in Baden-Württemberg oder Bayern arbeitet, für den ist sie meist Pflicht.
Die IGEHO Basel ist die kleinste der drei, aber die mit dem höchsten Premium-Anteil. Schweizer Hotellerie ist im internationalen Vergleich auf Spitzenniveau, entsprechend sind Aussteller und Themen. Wenn du in der gehobenen Gastronomie arbeitest, im Fünfsterne-Bereich oder in einer Premium-Hotelkette, findest du in Basel mehr Anregung pro Quadratmeter als auf den deutschen Messen. Wer dagegen Systemgastronomie, Bistro-Konzepte oder klassische Mittelstandsgastronomie betreibt, ist auf Internorga oder Intergastra besser aufgehoben.







