Sarah Wiener ist eine der wenigen Köchinnen, die du genauso wahrscheinlich in einer Küche, in einer Talkshow oder auf einer Politik-Bühne in Brüssel triffst. Geboren am 27. August 1962 in Halle (Westfalen), aufgewachsen bei ihrer Mutter in Wien, lebt und arbeitet sie seit Jahrzehnten in Berlin. Du kennst sie wahrscheinlich aus dem TV, aber ihr Werk ist größer: ein Gastro-Imperium aus Catering und Restaurants, eine Stiftung für Kinder-Ernährung und fünf Jahre als Abgeordnete im Europaparlament. Kochen, Bildung und Politik gehören bei ihr zusammen.
Dieses Profil ist der Einstieg. Es sortiert die Eckdaten und verweist für die Details auf eigene Beiträge: zum Vermögen von Sarah Wiener samt der Insolvenz von 2020, zu Familie, Ehe und Kindern und zu ihrer Zeit als Politikerin im EU-Parlament. Was hier steht, ist belegt; wo etwas unklar ist, bleibt es offen.
Sarah Wiener: Karriere von Wien nach Berlin
Sarah Wiener kam als Tochter des österreichischen Schriftstellers Oswald Wiener und der Künstlerin Lore Heuermann zur Welt und wuchs bei ihrer Mutter in Wien auf. Mit 17 verließ sie die Schule, trampte durch Europa und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Mit Anfang zwanzig landete sie in Berlin, damals noch Mauerstadt mit einer Subkultur, die viele Lebenswege möglich machte.
Sie stieg über das Catering ein, kochte für Filmsets, Galerien und Theaterproduktionen. Aus dem Catering wuchs eine Firma, dann ein Team. Sarah Wiener war Autodidaktin, hatte nie eine klassische Kochlehre gemacht. Genau das wurde Teil ihrer Marke: pragmatisch, regional, ohne den hierarchischen Drill klassischer Stargastronomie. Ihre Linie blieb über Jahrzehnte gleich: gute Produkte, klare Herkunft, kein Schnickschnack.
Gastronomie-Imperium und Insolvenz
Das Aushängeschild war jahrelang "Sarah Wieners Restaurant" im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwartskunst in Berlin. Parallel lief das Catering weiter, zuletzt mit rund 120 Mitarbeitern und je zwei Restaurants in Berlin und Hamburg. 2020 traf die Corona-Pandemie die Branche hart: Sarah Wiener musste für Restaurants und Catering Insolvenz anmelden. "Für mich geht damit vorerst meine dreißig Jahre dauernde Catering- und Gastronomie-Ära zu Ende", schrieb sie. Wie sich das auf ihre Finanzen auswirkt, ordnen wir im verlinkten Beitrag zu ihrem Vermögen ein.
TV-Karriere
Einem großen Publikum wurde Sarah Wiener durch das Fernsehen vertraut. Auf ARTE lief über mehrere Staffeln "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener". Sie reiste in ihrem roten Käfer durch europäische Regionen, kochte mit Bauern, Fischern und Winzern, statt im Studio Posen einzunehmen. In ARD und 3sat war sie Stammgast in Kochrubriken und Talkrunden. Später verschob sich der TV-Anteil Richtung politische Formate, etwa bei Maischberger oder Lanz, oft als Stimme für Landwirtschaft und Tierhaltung. Auffällig ist, was sie nicht machte: keine Casting-Jury, keine Tiefkühl-Werbung. Sie sortierte Angebote, statt sie abzusammeln.
Sarah Wiener Stiftung
2007 gründete sie gemeinsam mit Alfred Biolek und weiteren Mitstreitern die Sarah Wiener Stiftung mit dem Ziel, Kindern den Umgang mit echten Lebensmitteln beizubringen. Das bekannteste Programm "Ich kann kochen!" läuft in Kooperation mit der Krankenkasse BARMER: Erzieherinnen und Lehrkräfte werden zu Genussbotschaftern fortgebildet und kochen anschließend mit Kindern in Kitas und Grundschulen. Über eine Million Kinder wurden so erreicht, die Stiftung beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Für Sarah Wiener ist das der Hebel mit der größten Langzeitwirkung, weil er bei Kindern ansetzt, bevor Essgewohnheiten zementiert sind.







