Foto: Superbass / Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Horst Lichter hat den Kochberuf hingeschmissen, ein Lokal ohne Speisekarte eröffnet und wurde damit zum Fernsehgesicht. Ein Rückblick auf einen Weg, den so niemand geplant hat.
Horst Lichter: Vom Kochlehrling in die Brikettfabrik
Horst Lichter kennt in Deutschland fast jeder. Der Mann mit dem Zwirbelbart moderiert seit 2013 die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Bis dahin war es ein langer Umweg. Er kam in Nettesheim bei Köln als ältester Sohn eines Bergmanns zur Welt. Nach der Hauptschule begann er mit 14 eine dreijährige Kochlehre im Hotel-Restaurant „Alte Post“ in Bergheim, danach arbeitete er als Jungkoch in Mönchengladbach und Köln.
Dann verging ihm die Lust. Der raue Umgangston in den Profiküchen schreckte ihn ab. Er wechselte in eine Brikettfabrik und arbeitete dort wie sein Vater. Ein Koch, der die Küche verlässt, und ein Wirt, der noch gar nicht weiß, dass er einer wird.
Horst Lichter: Die Oldiethek ohne Speisekarte
Am 28. Januar 1990 eröffnete Lichter in Rommerskirchen-Butzheim eine Gaststätte, in einem früheren Tanzsaal mit angeschlossener Autowerkstatt. Zunächst arbeitete er weiter in der Brikettfabrik. Im Lokal standen Oldtimer und Antiquitäten, die er selbst gesammelt hatte. 1995 wurde daraus die „Oldiethek“.
Laut „d:kult online“, dem Kulturportal der Stadt Düsseldorf, gab es dort keine Speisekarte. Lichter kochte vor den Augen der Gäste auf einem flämischen Kohleofen und empfahl abends verschiedene Menüs. Die Wartezeit auf einen Tisch soll zeitweise ein Jahr betragen haben. Ende 2010 schloss er die Oldiethek und verkaufte sie.
Horst Lichter: Vom WDR-Beitrag zur Primetime
Den Anfang machte ein WDR-Beitrag über seinen Laden. Bundesweit bekannt wurde Lichter durch Auftritte in der Kochshow von Johannes B. Kerner im ZDF, später kam „Lanz kocht!“ dazu. Ab 2006 stand er gemeinsam mit Johann Lafer bei „Lafer! Lichter! Lecker!“ am Herd.
Am 14. Januar 2008 startete „Die Küchenschlacht“, bei der Lichter als Moderator und Juror mitwirkte. 2012 schickte ihn der WDR in „Lichters Schnitzeljagd“ im Motorradgespann durch Nordrhein-Westfalen, unterwegs kochte er mit den Menschen ihre Lieblingsgerichte.
Seit 2013 sucht er in „Bares für Rares“ nach Schätzen aus Keller und Speicher, Händler bieten dann auf die Fundstücke. Seine Sammelleidenschaft passt zur Rolle. 2014 erhielt Lichter die Goldene Kamera als bester TV-Koch, 2019 eine Romy. Im selben Jahr gewann „Bares für Rares“ laut „Prisma“ den Deutschen Fernsehpreis als bestes Factual Entertainment. Sein Erfolgsrezept nennt er Authentizität.
Das Lokal ohne Speisekarte gibt es nicht mehr. Der Zwirbelbart ist geblieben.
Das Wichtigste im Überblick:
- Kochlehre mit 14 im Hotel-Restaurant „Alte Post“ in Bergheim
- 1990 Gaststätte in Rommerskirchen-Butzheim, ab 1995 „Oldiethek“
- 2008 „Die Küchenschlacht“, 2012 „Lichters Schnitzeljagd“
- Seit 2013 „Bares für Rares“, 2014 Goldene Kamera, 2019 Romy
Mehr über Horst Lichter: Horst Lichter lässt seinen Zwirbelbart abschneiden und Horst Lichters Putzfimmel bei „Inas Nacht“.
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Tommy Honold
Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte
Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.