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Tim Raue hat zwei Michelin-Sterne, kocht für die Welt – und war mit 14 Jahren Mitglied einer Berliner Straßengang. Das neue Buch „36 Boys" erzählt, wie beides zusammenpasst.
Tim Raue und die „36 Boys": Ein Kapitel, das alles erklärt
Wer Tim Raue kennt, kennt die Zahlen: zwei Michelin-Sterne, Restaurant in Kreuzberg, 220 Tage im Jahr unterwegs. Was weniger bekannt ist: Die Wrangelstraße 41 war einmal sein Zuhause, geteilt mit anderen auf dem Etagenklo. Und an deren Wänden sprühte er seinen Namen: „Ask2".
Raue war zwischen 14 und 16 Jahren Mitglied der „36 Boys", einer Kreuzberger Straßengang, benannt nach der damaligen Postleitzahl rund ums Kottbusser Tor. Die Gang kämpfte gegen die „Black Panthers" aus Wedding, manchmal gegen Skinheads. Bomberjacken, Zusammenhalt, kein Davonlaufen – das waren die Regeln. Bei der Buchvorstellung in seinem Fine-Dining-Restaurant sagte Raue: „Ich war der Einzige in der Gang ohne Migrationshintergrund. Aber für mich war das Wichtigste, dass ich Menschen gefunden habe, die mir ein Zuhause gegeben haben."
Tim Raue: Hunger und Gier – bis heute
Das Elternhaus gab ihm das nicht. Hunger war in seiner Kindheit real, nicht metaphorisch. „Noch immer, wenn ich heute Essen sehe, assoziiere ich Gier und Hunger damit", erzählte der 52-Jährige. Wer das hört und dann sein Tasting-Menü isst, versteht die Intensität seiner Küche anders.
Autor Paul Christoph Gäbler – bekannt für Bücher über Die Ärzte und die Red Hot Chili Peppers – ließ sich von der RBB-Dokumentation „Die Kings von Kreuzberg" inspirieren und schrieb die Geschichte der Gang auf. Bei der Buchpräsentation betonte Gäbler: „Die Jugendlichen waren nie das Problem. Sie waren das Symptom einer Gesellschaft, die Weltoffenheit erst lernen musste." Jugendsozialprojekte in Kreuzberg, die damals den Unterschied gemacht hätten, seien heute bereits eingestellt worden.
Tim Raue, Neco Çelik und der Weg nach oben
Ex-Anführer Muzaffer „Muci" Tosun war ebenfalls bei der Buchvorstellung. Und Neco Çelik – einst Kreativkopf der Gang, heute Filmemacher. Tim Raue sagte über ihn: „Neco war schon immer der Kreative." Zwei Berliner Jungs, die trotz allem ihren Weg gemacht haben. Für Raue ist die Botschaft klar: „Du kannst es schaffen, auch wenn du mal Mist gebaut hast."
Das Wichtigste im Überblick:
- Tim Raue war Mitglied der „36 Boys" in Berlin-Kreuzberg, Graffiti-Tag: „Ask2"
- Er war der einzige Gangmitglied ohne Migrationshintergrund
- Das Buch von Autor Paul Christoph Gäbler erzählt die Geschichte der Gang
- Buchpräsentation fand in Raues eigenem Restaurant statt
Mehr über Tim Raue: Wie seine Kindheit ihn zum Koch machte – ARD-Doku 2026 und Tim Raues Restaurant in Berlin – Preise und Küche.
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Tommy Honold
Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte
Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.