Andreas Caminada macht eine Ausnahme
Caminada erklärte seinen Auftritt offen mit der Freundschaft: „Didier kam im Januar zu mir nach Hause und sagte, dass ich unbedingt ans Festival kommen müsse." Und weiter: „Normalerweise nehme ich nicht an großen Veranstaltungen teil, Didier habe ich den Gefallen aber gerne getan."
Dass er sonst zurückhaltend ist, hat praktische Gründe. Auf Schloss Schauenstein in Fürstenau kocht er für eine überschaubare Zahl an Gästen — im Wallis war es ein Vielfaches davon.
35 Plätze gegen 120 Gäste
Die Menüplanung richtete sich genau danach. „In unserem Restaurant haben wir etwa 35 Plätze, hier sind es mehr als dreimal so viele", sagte Caminada. „Deshalb habe ich mich für diese Gerichte entschieden, in der Hoffnung, dass so alles glatt läuft."
Auf den Tellern landeten grünes Gemüse mit Jalapeño-Sorbet, Zander mit Physalis, Tomate und Kohlrabi, danach Gamsmedaillons mit Pilzen und Zwiebeln. Zum Abschluss gab es eine Cheesecake-Interpretation mit Holunder-Kefir und Beeren aus dem Garten von Schloss Schauenstein.
Fünf Köche hatte Caminada aus Graubünden mitgebracht. Angerichtet wurde gemeinsam mit dem Team von Yoann Pesce, dem verantwortlichen Chef im „L'Espace Weisshorn", das im neuen Guide 13 Punkte hält. Küchenchef und Teilhaber Marcel Skibba hielt unterdessen in Fürstenau die Stellung.
Hochkarätige Runde im Wallis
Allein war Caminada nicht. Den Wein schenkte Paolo Basso aus, der 2013 in Tokio Weltmeister der Sommeliers wurde. Die Winzerinnen Marie-Thérèse Chappaz und Sarah Besse saßen unter den Gästen. Als weitere Gastchefs traten beim Festival Edouard Loubet, Eugénie Guillermin von der Fondation Paul Bocuse, Marc Veyrat, Franck Reynaud, Victor Moriez und Pierrot Ayer an.
De Courten zeigte sich gerührt und lobte die „zeitgenössische Alpenküche" seines Freunds. Für einen Koch, der Auftritte dieser Größenordnung sonst ausschlägt, war es ein ungewöhnlich öffentlicher Abend.
Das Wichtigste im Überblick:
- Caminada kochte am 13. Oktober 2026 beim Festival „Epicurialpes" im Wallis
- Schauplatz war das „L'Espace Weisshorn" über Grimentz auf 2600 Metern
- 120 Gäste statt der sonst 35 Plätze auf Schloss Schauenstein
- Den Anstoß gab Festivalgründer und Freund Didier de Courten
Mehr zu diesem Koch: Andreas Caminada und die Loungewear-Linie „Sleep like a Caminada".
Weitere Namen aus der Spitzenküche: Übersicht der Promiköche.
Wie der Arbeitsalltag hinter solchen Abenden aussieht: Berufsbild Küchenchef.