Christian Rach kehrt als Restauranttester zu RTL zurück und erklärt im Interview, warum ihn weder Videos noch künstliche Intelligenz ersetzen. Der 69-Jährige sieht die Gastronomie an einem Scheideweg.
Christian Rach: „Die KI hat keine Daumen“
Social Media, Tutorials und künstliche Intelligenz liefern heute scheinbar für jedes Gastro-Problem eine Antwort. Christian Rach sieht das anders. „Die KI hat keine Daumen“, sagte er RTL. Ein Kochvideo anzuschauen sei etwas völlig anderes, als einen Betrieb zu führen: „Das Anschauen ersetzt die Daumen nicht.“ Dafür brauche es eine Ausbildung, Fachwissen und ein Team.
Der Unterschied liegt für ihn in der Menge. Zu Hause für vier oder sechs Menschen gut zu kochen, sei etwas anderes, als gleichzeitig 60 Gäste mit individuellen Wünschen zu bedienen. Dazu kommen laut Rach hohe Mieten, gestiegene Energiekosten und immer mehr Auflagen und Dokumentationspflichten. Ob ein Schnitzel richtig gebraten ist, sei deshalb längst nicht mehr die einzige Frage.
Christian Rach über das Sterben der Wirtshäuser
„Ich glaube, dass die Gastronomie an einem Scheideweg steht“, sagt Rach. Besonders den Mittelbau sieht er bedroht, also die Lokale, die das Leben in großen wie kleinen Orten lebenswert machen. „Das bricht uns komplett weg.“ Während seiner TV-Pause habe er jede Woche Zuschriften von Wirten bekommen, die um Hilfe baten.
Kneipen, Vereinsheime und kleine Restaurants seien Begegnungsorte, gerade auf dem Land. Verschwinde die Gastronomie, gehe ein großer Teil der Lebensidentität der Menschen verloren, warnt er.
Seine Methode beschreibt er so: Er betrachte einen Betrieb, als wäre es sein eigener. Am besten investiere man kein Geld, sondern nutze die vorhandenen Mittel. Er wolle Klartext sprechen statt „Schmusi-Busi“ zu machen, ohne sein Gegenüber „mit einem Tiefschlag zu Boden zu bringen“. Manchmal könne seine Analyse auch heißen, einem Betreiber das Aufhören zu empfehlen. Das Ziel sei, Licht am Ende des Tunnels zu zeigen.
Die neuen Folgen sollen laut t-online im Frühjahr 2027 bei RTL laufen, die Dreharbeiten begannen im September 2026. 2017 hatte der Sender das Format wegen schlechter Quoten abgesetzt.







