Wenn Steffen Henssler am Sonntagabend auf VOX Prominente am Herd schwitzt, sehen Millionen Menschen einen Koch, der alles im Griff hat. Die Frühjahrsstaffel 2026 von Grill den Henssler war eine seiner stärksten: sechs Folgen, Staffelbestwerte, ein Duell gegen Frank Rosin als Krone des Abschlusses. Parallel dazu hat er sein Restaurant-Imperium grundlegend umgebaut — verkauft, abgebaut, und neu ausgerichtet.
Grill den Henssler 2026: Die Frühjahrsstaffel
Die Frühjahrsstaffel startete am 1. März 2026 auf VOX, sechs neue Folgen, sonntags um 20:15 Uhr. Moderatorin Laura Wontorra, Jury aus Jana Ina Zarrella, Sternekoch Alexander Herrmann und Wertungsprofi Joachim Llambi. Zum Auftakt schalteten rund eine Million Menschen ein. Der Staffelbestwert fiel am 15. März: Das Pooths-Special mit Verona, Rocco und den Kindern Diego und Franjo zog 1,22 Millionen Zuschauer, 5,9 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe.
Grill den Henssler lebt nicht von Formatmechanik, sondern von Henssler selbst — Tempo, trockene Kommentare, keine künstliche Spannung. Das Finale am 5. April war ein Duell mit Frank Rosin, einem der wenigen deutschen Köche, der auf Augenhöhe mithalten kann. Für RTL+-Abonnenten lagen die Folgen je eine Woche vor der TV-Ausstrahlung bereit.
AHOI-Verkauf: Dezember 2024
Während Grill den Henssler im Frühjahr lief, waren die Nachwehen des Dezember-Dealslängst verdaut. Am 23. Dezember 2024 verkauften Steffen und Peter Henssler ihre Anteile an der Ahoi Franchise GmbH. Die Bremer Jaclavis GmbH unter Theo Bührmann, die bereits 40 Prozent hielt, übernahm den Rest und ist seitdem Alleingesellschafter. Peter Henssler gab den Posten als Geschäftsführer ab, Matthias Hoelscher trat an seine Stelle.
Die AHOI-Kette — zwölf Standorte, acht davon franchisiert, verteilt von Hamburg bis Köln — läuft weiter. Nur ohne den Namen Henssler als Eigentümer dahinter. Dem Verkauf vorausgegangen waren mehrere Krisen in 2024: ein dokumentierter Hygiene-Verstoß in Bremen, ein Fettbrand in Hamburg-Spitalerstraße, dazu die Schließung der Happi-by-Henssler-Standorte in Bremen, Scharbeutz und Grömitz.
GO by Steffen Henssler: Die Insolvenzen
Parallel zum AHOI-Kapitel hatte Henssler ein zweites Problem. Im Mai 2024 stellten vier Gesellschaften unter dem GO-Dach Insolvenzanträge beim Amtsgericht Frankfurt: GO by Steffen Henssler Delivery & Events GmbH, GO Sushi & Delivery München GmbH, GO Sushi & Delivery Frankfurt GmbH sowie S&M GO GmbH. Schon im März 2024 hatte das Berliner GO-Lokal Insolvenz angemeldet.
Das Konzept war 2023 noch mit einem millionenschweren Kapitalschnitt aufgestellt worden. Hensslers Food Concepts AG hält das GO-Markenrecht. Rund 400 Mitarbeiter waren beim Konzept beschäftigt. Eine öffentliche Erklärung von Henssler selbst gab es nicht. Wer Grill den Henssler kennt, kennt auch seinen Stil außerhalb der Kamera: keine Erklärungen, die er nicht geben muss.







