Auf 207 Metern dreht sich der Tisch. Zweimal pro Stunde vollzieht das Sphere Tim Raue eine stille Runde, während Berlin unter einem aufläuft — Fernsehturm-Spitze, Alexanderplatz, Mitte, dann wieder von vorn. Tim Raue eröffnete das Restaurant am 4. Juni 2025 als sein zehntes Lokal. Dass ausgerechnet ein "Wessi" das Monument der Ostberliner kulinarisch übernimmt, war ihm selbst nicht ganz geheuer — der Koch sagte vor der Eröffnung offen, er fürchte, damit anzuecken. Die Gäste quittierten es mit ausgebuchten Tischen.
Konzept: Berliner Küche mit Raue-Handschrift
Das Sphere setzt nicht auf die asiatisch geprägte Hochküche, mit der Raue zwei Michelin-Sterne an der Rudi-Dutschke-Straße hält. Hier ist das Thema Berlin — konkret die Küche Berlins und Brandenburgs, interpretiert mit seiner unverkennbaren Direktheit. Auf der Karte stehen Gerichte, die die Stadt zusammenhalten sollen: Soljanka für 11,50 Euro, Königsberger Klopse mit Kapern und Kartoffelpüree, Berliner Currywurst, Bienenstich. Das Vollmenü "Meine Heimat" — Garnelen-Cocktail KaDeWe, Soljanka, Königsberger Klopse, Bienenstich inklusive Aperitif, Weinbegleitung und Kaffee — kostet 154 Euro. Wer kleiner einsteigt, nimmt das "Von Ost nach West"-Menü für 49 Euro mit Soljanka, Zander und Rote-Grütze-Kompott.
Die Küche des Sphere ist mit 21 Quadratmetern extrem eng. Was auf dem Teller landet, ist trotzdem präzise: Raues Team kocht mit moderner Technik, ohne den Nostalgie-Charakter der Rezepte zu zerstören. Wer seinen Zwei-Sterne-Stil kennt — ob aus Kitchen Impossible oder aus Berichten über sein Flaggschiff-Restaurant — merkt die Handschrift sofort an der Produktauswahl und den Texturgegensätzen auf dem Teller.
Sphere vs. Brasserie Colette und Restaurant Tim Raue
Tim Raue betreibt inzwischen mehrere Berliner Adressen mit klar verschiedenen Positionen. Das Restaurant Tim Raue in Kreuzberg ist das Flaggschiff: zwei Sterne, asiatisch geprägt, regelmäßig auf der Liste der "World's 50 Best Restaurants". Die Brasserie Colette am Potsdamer Platz ist die entspannte Bistro-Variante — französisch, zugänglicher im Preis, kein Dresscode. Das Sphere schließt die dritte Lücke: Berlin-spezifisch, historisch aufgeladen, mit dem höchsten Tisch der Stadt als Erlebnis-Versprechen.
Das Drehrestaurant dreht sich zweimal pro Stunde, ein vollständiger 360-Grad-Blick dauert also 30 Minuten. Wer einen Fensterplatz buchen möchte, sollte früh reservieren — über tv-turm.de, ausschließlich mit vorab gebuchtem Ticket. Walk-in gibt es nicht.
Wer im Gastronomie-Bereich arbeitet und einen Partner sucht, der die verschobenen Schichten und die Leidenschaft für gutes Essen versteht, ist bei Partnersuche für Köche richtig.







