Nach dem Hauptschulabschluss bewarb sich Güngörmüş mit 14 Jahren vergeblich um Lehrstellen. Bis er auf eine Ausbildungsstelle als Koch im „Wirtshaus am Rosengarten" stieß. Dort fing er an zu kochen, und das Talent blieb nicht lange unbemerkt.
Sein damaliger Chef Gerhard Rieder erinnert sich in der BR-Reportage „Ali Güngörmüş — Mein Griff nach den Sternen": „Ich hab zu ihm damals schon gesagt: Aus dir wird mal ein Großer!"
Der Mentor, der ihn „kulinarischen Sohn" nennt
Nach der Ausbildung zog es ihn in die gehobene Gastronomie. Als der Gastronom Karl Ederer für sein Sternerestaurant „Glockenbach" einen Jungkoch suchte, bewarb sich Güngörmüş — und bekam die Stelle. Statt im traditionsreichen Wirtshaus kochte er nun auf Sterneniveau.
In der Reportage sagt er dazu: „Für mich war das Neuland. Ich habe riesigen Respekt davor gehabt." Ederer, der ihn als seinen „kulinarischen Sohn" bezeichnet, wurde zu seinem wichtigsten Mentor.
1997 verließ er das „Glockenbach" für das Zwei-Sterne-Restaurant „Tantris" in München, drei Jahre später wechselte er zu „Käfer". Mit 27 Jahren bekam er die Chance, mit der Übernahme des „Le Canard" in Hamburg sein erstes eigenes Lokal zu eröffnen. Er sagte zu, eröffnete 2005 das „Le Canard Nouveau" — und erhielt 19 Monate später als erster deutscher Koch mit türkischen Wurzeln einen Michelin-Stern.
Zurück nach München
Später ging Güngörmüş zurück nach München. Dort eröffnete er 2014 das „Pageou" und 2022 das „Pera Meze". Der Name des ersten Lokals ist derselbe wie der seines Geburtsdorfs.
Der Satz, der hängen bleibt
Zum runden Geburtstag fällt die Bilanz nicht nur strahlend aus. In der BR-Reportage sagt Güngörmüş: „Ich hätte nie gedacht, dass ich es so weit schaffe, aber ich weiß auch, dass ich viel selber dafür getan habe."
Auf Freizeit habe er dafür oft verzichten müssen. Menschen, die ihm wichtig sind, seien zu kurz gekommen. Sein Fazit: „Das ist halt der Preis, den du bezahlst, wenn du einen gewissen Weg gehen willst."
Diesen Satz würden viele in der Branche unterschreiben, auch ohne Michelin-Stern. Wer in der Küche arbeitet, arbeitet dann, wenn andere frei haben — abends, am Wochenende, an Feiertagen. Dass ein Koch mit dieser Karriere es so deutlich ausspricht, ist ungewöhnlich offen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ali Güngörmüş wurde am 15. Oktober 2026 50 Jahre alt
- Mit 14 Jahren sammelte er Absagen, bis das „Wirtshaus am Rosengarten" ihn nahm
- Karl Ederer holte ihn ins „Glockenbach" und wurde sein wichtigster Mentor
- 2005 eröffnete er das „Le Canard Nouveau", 19 Monate später kam der Michelin-Stern
- Heute führt er in München das „Pageou" und das „Pera Meze"
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