Foto: Ben Kruse / Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Hunderte Zuhörer auf dem Wernigeröder Marktplatz erlebten ein Bekenntnis, das man von einem Zwei-Sterne-Koch selten hört: „Ich bin ein Heimscheißer", sagte Robin Pietsch – und erntete Lacher und Applaus.
Robin Pietsch: Das Bekenntnis auf dem Marktplatz
Beim öffentlichen Veranstaltungsformat „Über Wernigerode reden" sprach Robin Pietsch Ende August 2026 mit anderen bekannten Gesichtern der Stadt über Heimat, Zusammenhalt und die Frage, warum man bleibt. Die Antwort des 37-Jährigen war direkt. Obwohl er aus Blankenburg stammt, sei Wernigerode längst seine eigentliche Heimat – und das soll so bleiben.
Was viele Köche seines Formats nicht sagen würden, formulierte Pietsch ohne Umschweife: Großstädte reizen ihn nicht. Keine Berliner Gourmetszene, keine Münchner Toprestaurants. Stattdessen der Harz, die Fachwerkhäuser und ein Publikum, das ihn kennt, seitdem er als 16-Jähriger seine Konditor-Ausbildung bei Michael Wiecker in Wernigerode begann.
Robin Pietsch: Vom Harz in die Sterneküche
Die Karriere verlief konsequent regional. Nach der Konditoren-Lehre folgte 2007 die Ausbildung zum Koch im Berghotel Ilsenburg. Dann arbeitete Pietsch an der Seite von René Bobzin – dem ersten Sternekoch Sachsen-Anhalts. Den Grundstein legte er 2012: Am Wernigeröder Weihnachtsmarkt sah er ein Lokal mit einem Verkaufsschild, unterschrieb quasi sofort und begann zwei Tage später mit dem Umbau. Das ZeitWerk war geboren – und erhielt bald darauf seinen ersten Michelin-Stern.
2019 kam das PIETSCH hinzu, ein Tresenrestaurant mit gerade mal 18 Plätzen. Konzentriertes Fine Dining, asiatische Einflüsse, klare Produktfokussierung. Auch dieses Haus trägt heute einen Michelin-Stern. Zwei Sterne in einer 35.000-Einwohner-Stadt im Harz – das ist bundesweit ungewöhnlich.
Robin Pietsch: Fernsehen, Jury und Wernigerode
Trotz TV-Erfolg keine Ambitionen nach außen. Seit 2024 ist Pietsch festes Mitglied im Moderatorenteam von „Mein Lokal, Dein Lokal" auf Kabel Eins, bewertet Restaurants quer durch Deutschland. Seit 2025 sitzt er gemeinsam mit Felicitas Then und Mike Süsser in der Jury von MasterChef Germany auf Sport1. Gedreht und gesendet wird alles von unterwegs – zu Hause aber kocht Pietsch weiter in Wernigerode.
Das Format passt zum Mann: Er war früher selbst Teilnehmer bei Mein Lokal, Dein Lokal, damals noch als junger Küchenchef auf der anderen Seite der Kamera. Heute ist er der Profi, der andere bewertet. Geblieben ist der Anspruch – und der Harz.
Das Wichtigste im Überblick:
- Robin Pietsch (geb. 1988, Blankenburg) führt zwei Michelin-Restaurants in Wernigerode
- Er bezeichnete sich öffentlich als Heimscheißer – ein Bekenntnis zur Harzer Heimat
- Seit 2024 moderiert er Mein Lokal Dein Lokal (Kabel Eins), seit 2025 in der MasterChef Germany-Jury (Sport1)
- Seine Küchephilosophie: bodenständig, regional, ohne Kompromisse
Mehr über Robin Pietsch: Robin Pietsch erkämpft zweiten Michelin-Stern in Wernigerode und Robin Pietsch als MDR-Stammkoch bei Hühnerfrikassee.
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Tommy Honold
Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte
Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.