Rheinland-Pfalz ist Weinland. Kein anderes Bundesland packt sechs Anbaugebiete in seine Grenzen, kein anderes hat eine vergleichbare Dichte an Weinfesten, Strausswirtschaften und Winzergastronomien. Mittendrin steht DEHOGA Rheinland-Pfalz, der Landesverband im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, mit Sitz in Bad Kreuznach an der Nahe. Du bekommst hier den Überblick: Wer führt den Verband, welche Themen treibt er 2026, wie hängt die Spitzenküche zwischen Deidesheim und Trier damit zusammen, und warum sind Ahrtal-Wiederaufbau und Mosel-Steillagen Dauerthemen? Pfalz, Rheinhessen, Mosel, Ahr, Nahe und Mittelrhein gehören alle zu diesem Bundesland. Das Welterbe Oberes Mittelrheintal mit seinen Burgen zieht Bustouristen aus der halben Welt an. Und der Flughafen Hahn im Hunsrück ist trotz Schrumpfkurs immer noch ein Faktor für die regionale Hotellerie.
DEHOGA Rheinland-Pfalz: Zahlen & Fakten
Die Geschäftsstelle liegt in Bad Kreuznach. Der Sitz ist kein Zufall: Bad Kreuznach liegt zentral zwischen Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Hunsrück, gut erreichbar für Mitglieder aus allen Landesteilen. Mainz wäre die politische Adresse, Bad Kreuznach ist die operative.
Hauptgeschäftsführer ist Gereon Haumann, seit vielen Jahren im Amt. Haumann ist die feste Stimme des Verbandes in Interviews, Pressemitteilungen und Branchentreffs. Er kommentiert regelmäßig die großen Politikthemen: Mehrwertsteuer auf Speisen, Fachkräftemangel, Energiekosten und die Lage im Weintourismus. Aus dem Kreis der Landesverbände zählt er zu den bundesweit lautesten Akteuren, was Rheinland-Pfalz in der DEHOGA-Bundesarbeit ein hohes Gewicht gibt.
Der Verband zählt rund 8.000 bis 10.000 Mitgliedsbetriebe. Die Spannbreite hängt vom Stichtag ab und davon, ob Strausswirtschaften, Winzer-Schänken und Saisonbetriebe mitgezählt werden. Getragen wird die Mitgliedschaft von einer ungewöhnlichen Mischung: klassische Stadthotels in Mainz, Koblenz, Trier und Kaiserslautern, Sternegastronomien in Pfalz und an der Mosel, Burgen- und Schlosshotels im Rheintal, dazu tausende kleine Familienbetriebe in Dörfern, die ohne Wein-Tourismus nicht überleben würden.
Strukturell ist der Landesverband in mehrere Bezirksverbände gegliedert. Pfalz, Rheinhessen, Mosel, Nahe-Hunsrück, Mittelrhein-Eifel und Westerwald sind die wichtigsten Bezirksstellen. Sie sind Ansprechpartner vor Ort, organisieren Stammtische, Schulungen und Pressetermine. So bleibt der Landesverband nah an den Mitgliedern, ohne dass jeder Wirt nach Bad Kreuznach pendeln muss.
Aufgaben & Schwerpunkte
Die Aufgabenliste ist breit. Im Mainzer Landtag lobbyiert der Verband für Hotellerie und Gastronomie. Themen sind Sperrzeitenregelungen, Tourismusförderung, Gewerbesteuerhebesätze, Auflagen für Aussenbestuhlung und der Umgang mit Weinfest-Genehmigungen. Rheinland-Pfalz ist hier ein eigenes Spielfeld, weil große Teile der Sommer-Wirtschaft an Festen wie Dürkheimer Wurstmarkt, Mainzer Weinmarkt oder Bad Dürkheimer Saumagen-Tagen hängen.
Weinfest-Tourismus ist Schwerpunktfeld Nummer eins. Von April bis Oktober jagt ein Fest das nächste. Der Wurstmarkt in Bad Dürkheim gilt als größtes Weinfest der Welt, das Mainzer Marktfrühstück zieht jedes Wochenende tausende Besucher, und entlang der Pfälzer Weinstraße öffnen über 130 Winzer ihre Höfe. DEHOGA Rheinland-Pfalz verhandelt mit Gemeinden, Tourismusverbänden und der Pfalzwein-Werbung über Auflagen, Sicherheitskonzepte und einheitliche Standards.
Burgentourismus ist Schwerpunkt zwei. Das Welterbe Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz lebt von Burgen, Schlossrestaurants und Schiffstourismus. Die Marksburg, Burg Rheinfels, Schloss Stahleck und die Loreley sind feste Reisemotive. DEHOGA vertritt die dortigen Hotels und Restaurants in Fragen von Denkmalschutz-Auflagen, Bus-Stellplätzen und Saisonkalender.
Mosel-Steillagen sind ein dritter Bereich, in dem Verband und Politik zusammenarbeiten. Die Steillagen zwischen Trier und Koblenz prügen das Landschaftsbild und tragen die hochwertige Mosel-Rieslingproduktion. Klima, Hangrutschungen und der Arbeitskräfte-Mangel im Steilhang sind Dauerthemen. Ohne Winzer keine Mosel-Gastronomie, deshalb ist der Verband eng mit dem Weinbauverband Mosel verzahnt.
Bürokratiekritik gehört ebenfalls zum Kerngeschäft. Wirte beklagen lange Genehmigungswege für Aussenflächen, uneinheitliche Praxis zwischen Mainz, Koblenz und Trier sowie schwere Auflagen für historische Gebäude. Der Verband sammelt Beschwerden, bringt sie ins Wirtschaftsministerium und arbeitet an Standardisierungen mit Rheinland-Pfalz Tourismus und den kommunalen Spitzenverbänden.







