Wenn du in der Gastronomie arbeitest, kennst du die drei Buchstaben: DEHOGA. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband ist die zentrale Branchenstimme zwischen Berliner Politik und dem Wirt um die Ecke. Rund 220.000 Mitgliedsbetriebe, von der Dorfkneipe bis zur Fünf-Sterne-Kette, stehen hinter dem Verband. Wenn im Bundestag über Mehrwertsteuer auf Restaurantessen verhandelt wird, wenn die Tariflöhne für Köche steigen oder wenn eine neue Ausbildungsordnung für Hotelfachfrauen verabschiedet wird, hat DEHOGA die Finger drin.
Diese Seite gibt dir den kompletten Überblick: Geschichte, Struktur, Aufgaben, die 16 Landesverbände, Tariflandschaft, aktuelle Politik 2026 und am Ende, was das alles mit deiner Partnersuche zu tun hat. Denn die Branchentreffs des Verbandes sind nicht nur Politik, sondern auch Netzwerk für Menschen, die wissen, was Schichtarbeit bedeutet.
Was ist DEHOGA?
DEHOGA wurde 1949 in der jungen Bundesrepublik gegründet, als das Gastgewerbe nach dem Krieg neu aufgebaut wurde. Der Sitz ist seit Jahrzehnten in Berlin, heute im Regierungsviertel, Nähe zum Bundestag ist Programm. Der Verband ist als eingetragener Verein organisiert und finanziert sich über Beiträge der Mitgliedsbetriebe.
Die Struktur ist dreistufig: Oben der Bundesverband, darunter 16 rechtlich eigenständige Landesverbände (einer pro Bundesland), unten rund 200 Kreis- und Bezirksverbände. Diese Pyramide sorgt dafür, dass die Hamburger Hotelchefin und der bayerische Wirt beide eine Anlaufstelle haben, eine für Regionales, eine für Bundespolitik.
Vertreten wird die gesamte Bandbreite: Hotels, Restaurants, Cafes, Bars, Imbisse, Catering, Eventgastronomie, Schankwirtschaften, Pensionen und Beherbergungsbetriebe. Ob du in einer Schweinshaxe-Bude in München arbeitest oder im Sternerestaurant in Hamburg, dein Betrieb ist mit hoher Wahrscheinlichkeit DEHOGA-Mitglied oder zumindest indirekt vom Verband berührt.
Die Mitgliedszahl ist nach Corona und Energiekrise leicht zurückgegangen, liegt aber stabil bei etwa 220.000 Betrieben. Damit ist DEHOGA einer der größten Branchenverbände Deutschlands.
Der Verband versteht sich ausdrücklich als Stimme aller Betriebsgrößen, vom familiengeführten Landgasthof mit fünf Tischen bis zur internationalen Hotelkette mit hunderten Häusern. Diese Bandbreite ist Stärke und Herausforderung zugleich: Die Interessen einer Dorfkneipe und einer Marriott-Filiale sind nicht immer deckungsgleich. Deshalb gibt es im Bundesverband Fachausschüsse für einzelne Segmente, etwa für Hotellerie, Systemgastronomie, Speisegastronomie oder Catering. Jede Sparte hat ihre eigenen Vertreter und Themenagenden.
DEHOGA-Aufgaben
Der Verband macht vier Dinge: Politik, Tarif, Bildung, Beratung. Die erste Säule ist das Lobbying. DEHOGA-Präsident und Hauptgeschäftsführung sind in Berlin gefragte Gesprächspartner, wenn es um Mindestlohn, Mehrwertsteuer, Arbeitszeitgesetz oder Verpackungsabgabe geht. Der Verband schreibt Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen, gibt Pressekonferenzen und mobilisiert seine Mitglieder für Kampagnen wie die "7 Prozent für alle"-Initiative zur Mehrwertsteuer.
Die zweite Säule sind Tarifverhandlungen. Hier sind allerdings die Landesverbände federführend, sie verhandeln mit der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) regionale Flächentarifverträge. Diese Tarife sind nicht allgemeinverbindlich, das heißt: Ein Betrieb muss Mitglied im Arbeitgeberverband sein, um daran gebunden zu sein. Die Tarifbindung liegt bundesweit bei rund 20 bis 30 Prozent. Viele Betriebe zahlen darunter, manche auch deutlich darüber.
Die dritte Säule ist Bildungsarbeit. DEHOGA betreibt zusammen mit den IHKs die Prüfungsausschüsse für alle Gastro-Ausbildungsberufe. Verbandsvertreter sitzen in den Prüfungskommissionen, entwickeln Prüfungsaufgaben mit und stimmen über Lehrpläne ab. Wenn die Ausbildungsordnung für den Koch reformiert wird, wie zuletzt 2022, ist DEHOGA dabei.
Die vierte Säule ist Rechtsberatung und Service für Mitgliedsbetriebe: Vertragsmuster, Steuertipps, Hygiene-Schulungen, Energieberatung, Pachtrecht. Dazu kommt die Branchenstatistik, der DEHOGA-Konjunkturbericht erscheint quartalsweise und ist die wichtigste Datenquelle zur Lage des deutschen Gastgewerbes.
DEHOGA Bundesverband & 16 Landesverbände
Der Bundesverband in Berlin koordiniert, die Landesverbände handeln vor Ort. Jedes Bundesland hat seinen eigenen DEHOGA mit eigenem Präsidenten, eigener Geschäftsstelle und eigenen Themenschwerpunkten — von der Oktoberfest-Gastronomie in Bayern über die Frankfurter Messe-Hotellerie in Hessen bis zur Küsten-Saison an Nord- und Ostsee. Die ausführlichen Porträts aller 16 Landesverbände — jeweils mit Tarifabschlüssen, Betriebszahlen und regionalen Schwerpunkten — findest du in der Karten-Übersicht oben auf dieser Seite.
Jeder Landesverband hat unter sich die Kreisverbände, von denen es bundesweit rund 200 gibt. Das ist die unterste Ebene, hier treffen sich die Wirte zum Stammtisch, hier läuft die direkte Mitgliederbetreuung.
DEHOGA-Tarifvertrag & Branchen-Konditionen
Die Tariflandschaft im Gastgewerbe ist zersplittert. Es gibt keinen Bundestarif, sondern 16 Landestarife, die jeweils zwischen dem DEHOGA-Landesverband und der NGG ausgehandelt werden. Die Löhne unterscheiden sich teils deutlich: In Bayern und Hamburg sind die Tarife generell höher als in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.
Stand 2025 starten Tariflöhne für ungelernte Kräfte bei rund 14 bis 15 Euro pro Stunde, knapp über Mindestlohnniveau. Eine ausgelernte Restaurantfachfrau verdient tariflich je nach Bundesland zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto im Monat, ein Koch in der ersten Berufsstufe meist zwischen 2.700 und 3.200 Euro, ein Hotelfachmann ähnlich. Mit Berufsjahren und Zulagen geht das nach oben, Küchenchefs in Tarifbetrieben liegen oft bei 4.000 bis 4.500 Euro brutto.
Die Realität außerhalb des Tarifs sieht anders aus. Da die Tarifbindung nur bei 20 bis 30 Prozent liegt, zahlt die Mehrheit der Betriebe frei. Das kann mehr sein, in der Sterneküche oder in Top-Hotels werden Köche oft über Tarif bezahlt, oder weniger, gerade in ländlichen Imbissbetrieben und Cafes. Wer wechselt, sollte den Tariflohn als Verhandlungsmessage kennen.
DEHOGA und NGG verhandeln auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Spätzulagen, Sonntagszuschläge und Mehrurlaub für Nachtarbeit. Diese Regelungen sind oft attraktiver als das, was außerhalb des Tarifs gezahlt wird. Gerade Weihnachtsgeld ist in der Gastronomie keine Selbstverständlichkeit, wer im Tarifbetrieb arbeitet, bekommt es meist als 13. Monatsgehalt oder anteilig.
Wichtig zu wissen: Tarifverträge haben Laufzeiten von ein bis zwei Jahren. Aktuelle Abschlüsse 2024 und 2025 brachten in den meisten Bundesländern Lohnerhöhungen zwischen 4 und 8 Prozent, eine Reaktion auf die Inflation und den Druck der Fachkräfte-Knappheit. Wer Tariferhöhungen verfolgt, schaut auf die Pressemitteilungen seines Landesverbands. Wer in einem nicht tarifgebundenen Betrieb arbeitet, kann diese Werte als Verhandlungsbasis nutzen.




















