DEHOGA Bundesverband & 16 Landesverbaende
Der Bundesverband in Berlin koordiniert, die Landesverbaende handeln vor Ort. Jedes Bundesland hat seinen eigenen DEHOGA mit eigenem Praesidenten, eigener Geschaeftsstelle und eigenen Themenschwerpunkten. Hier die komplette Uebersicht:
- DEHOGA Bayern, groesster Landesverband, Schwerpunkte Oktoberfest, Biergartenkultur, Alpentourismus
- DEHOGA Baden-Wuerttemberg, starke Sterne-Gastronomie, Schwarzwald-Hotellerie
- DEHOGA Berlin, Hauptstadt-Gastronomie, Tourismus, Clubszene
- DEHOGA Nordrhein-Westfalen, bevoelkerungsreichstes Bundesland, Industriegebiet, Ruhrgebiet-Gastro
- DEHOGA Brandenburg, Berliner Umland, Spreewald-Tourismus (in Vorbereitung)
- DEHOGA Bremen, Hansestadt, Hafenwirtschaft (in Vorbereitung)
- DEHOGA Hamburg, Hafen, Reeperbahn, Sterne-Restaurants (in Vorbereitung)
- DEHOGA Hessen, Frankfurter Messe-Gastronomie, Apfelwein-Kultur (in Vorbereitung)
- DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern, Ostsee-Tourismus, Wellnesshotellerie (in Vorbereitung)
- DEHOGA Niedersachsen, laendliche Gastronomie, Harz-Tourismus (in Vorbereitung)
- DEHOGA Rheinland-Pfalz, Weinregion, Mosel- und Pfalz-Gastronomie (in Vorbereitung)
- DEHOGA Saarland, kleinster Flaechenverband, franzoesisch gepraegte Kueche (in Vorbereitung)
- DEHOGA Sachsen, Dresdner und Leipziger Gastroszene (in Vorbereitung)
- DEHOGA Sachsen-Anhalt, Harz, Strassen-Tourismus (in Vorbereitung)
- DEHOGA Schleswig-Holstein, Nord- und Ostsee-Tourismus (in Vorbereitung)
- DEHOGA Thueringen, Wartburg, Goethe-Tourismus (in Vorbereitung)
Jeder Landesverband hat unter sich die Kreisverbaende, von denen es bundesweit rund 200 gibt. Das ist die unterste Ebene, hier treffen sich die Wirte zum Stammtisch, hier laeuft die direkte Mitgliederbetreuung.
DEHOGA-Tarifvertrag & Branchen-Konditionen
Die Tariflandschaft im Gastgewerbe ist zersplittert. Es gibt keinen Bundestarif, sondern 16 Landestarife, die jeweils zwischen dem DEHOGA-Landesverband und der NGG ausgehandelt werden. Die Loehne unterscheiden sich teils deutlich: In Bayern und Hamburg sind die Tarife generell hoeher als in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.
Stand 2025 starten Tarifloehne fuer ungelernte Kraefte bei rund 14 bis 15 Euro pro Stunde, knapp ueber Mindestlohnniveau. Eine ausgelernte Restaurantfachfrau verdient tariflich je nach Bundesland zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto im Monat, ein Koch in der ersten Berufsstufe meist zwischen 2.700 und 3.200 Euro, ein Hotelfachmann aehnlich. Mit Berufsjahren und Zulagen geht das nach oben, Kuechenchefs in Tarifbetrieben liegen oft bei 4.000 bis 4.500 Euro brutto.
Die Realitaet ausserhalb des Tarifs sieht anders aus. Da die Tarifbindung nur bei 20 bis 30 Prozent liegt, zahlt die Mehrheit der Betriebe frei. Das kann mehr sein, in der Sterneküche oder in Top-Hotels werden Koeche oft ueber Tarif bezahlt, oder weniger, gerade in laendlichen Imbissbetrieben und Cafes. Wer wechselt, sollte den Tariflohn als Verhandlungsmessage kennen.
DEHOGA und NGG verhandeln auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Spaetzulagen, Sonntagszuschlaege und Mehrurlaub fuer Nachtarbeit. Diese Regelungen sind oft attraktiver als das, was ausserhalb des Tarifs gezahlt wird. Gerade Weihnachtsgeld ist in der Gastronomie keine Selbstverstaendlichkeit, wer im Tarifbetrieb arbeitet, bekommt es meist als 13. Monatsgehalt oder anteilig.
Wichtig zu wissen: Tarifvertraege haben Laufzeiten von ein bis zwei Jahren. Aktuelle Abschluesse 2024 und 2025 brachten in den meisten Bundeslaendern Lohnerhoehungen zwischen 4 und 8 Prozent, eine Reaktion auf die Inflation und den Druck der Fachkraefte-Knappheit. Wer Tariferhoehungen verfolgt, schaut auf die Pressemitteilungen seines Landesverbands. Wer in einem nicht tarifgebundenen Betrieb arbeitet, kann diese Werte als Verhandlungsbasis nutzen.
DEHOGA-Politik 2026: Mehrwertsteuer, Fachkraeftemangel, Buerokratie
Drei Themen dominieren die Verbandsarbeit 2026. Das groesste ist die Mehrwertsteuer. Waehrend Corona war die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants auf 7 Prozent gesenkt, eine Entlastung, die viele Betriebe das Ueberleben sicherte. Anfang 2024 stieg sie zurueck auf 19 Prozent. DEHOGA kaempft seitdem mit allem, was geht, fuer eine dauerhafte Rueckkehr zu 7 Prozent. Argument: In den meisten EU-Laendern ist Restaurantessen reduziert besteuert, deutsche Gastronomie wird benachteiligt. Die politische Debatte laeuft weiter, mehrere Parteien haben sich positioniert.
Das zweite Thema ist der Fachkraeftemangel. Nach DEHOGA-Pressemitteilungen aus 2024 und 2025 fehlen branchenweit rund 60.000 bis 70.000 Arbeitskraefte. Restaurants reduzieren Oeffnungszeiten, Hotels schliessen Etagen, Caterer lehnen Auftraege ab. Die Gruende sind vielschichtig: Schichtarbeit, Wochenenden, Lohnniveau, Imageprobleme. DEHOGA fordert schnellere Anerkennung auslaendischer Berufsabschluesse, einfachere Visa-Verfahren fuer Drittstaaten und bessere Foerderung der Ausbildung.
Das dritte Thema ist Buerokratie. Arbeitszeitnachweise, Mindestlohndokumentation, Verpackungsmeldungen, Allergenkennzeichnung, Hygieneprotokolle, die Liste ist lang. Der Verband fordert Vereinfachungen, gerade fuer kleine Betriebe. Eine Forderung: Pauschalierte Arbeitszeiterfassung statt minutengenauer Dokumentation. Ein Dauerthema, das in jeder Legislaturperiode neu verhandelt wird.
Daneben laufen kleinere, aber wichtige Themen: die Diskussion um eine Verpackungsabgabe auf To-go-Becher und Einwegverpackungen, die Energiebepreisung fuer Gastronomiebetriebe, der Streit um den gesetzlichen Mindestlohn, der 2026 weiter steigen soll, sowie die Frage, ob Trinkgeld steuerfrei bleibt, eine Regelung, die fuer Servicekraefte und Barkeeper existenziell ist. DEHOGA positioniert sich zu jedem dieser Themen oeffentlich, oft mit Pressemitteilungen, Stellungnahmen oder Studien aus der eigenen Marktforschung.
Wer politisch interessiert ist, findet auf den Websites des Bundesverbandes und der Landesverbaende alle Stellungnahmen, Konjunkturberichte und Pressemitteilungen frei zugaenglich. Das ist nicht nur fuer Betriebsinhaber wichtig, auch als Angestellte verstehst du besser, warum dein Chef bestimmte Entscheidungen trifft.
DEHOGA & Ausbildung
Wer eine Ausbildung im Gastgewerbe macht, kommt an DEHOGA nicht vorbei. Der Verband ist in jedem Pruefungsausschuss der zustaendigen IHK vertreten, sowohl bei der Zwischen- als auch bei der Abschlusspruefung. Das gilt fuer alle Berufe der Branche: Koch und Koechin, Restaurantfachfrau und Restaurantfachmann, Hotelfachfrau und Hotelfachmann, Fachkraft Kueche, Fachmann fuer Restaurants und Veranstaltungsgastronomie sowie Fachmann fuer Systemgastronomie.
Die Ausbildungsordnungen werden regelmaessig ueberarbeitet, zuletzt 2022, als die Koch-Ausbildung an moderne Anforderungen wie Nachhaltigkeit, vegetarische Kueche und digitale Bestellsysteme angepasst wurde. DEHOGA hat dabei mitgewirkt, gemeinsam mit Gewerkschaft, Berufsschulen und Bundesinstitut fuer Berufsbildung.
Parallel laeuft die Imagekampagne "Mach Karriere als Mensch", mit der DEHOGA junge Menschen fuer die Branche begeistern will. Botschaft: Gastronomie ist nicht Plackerei und schlechter Lohn, sondern echter Beruf mit Aufstiegsmoeglichkeiten, vom Azubi zum Hoteldirektor, vom Commis zum Kuechenchef. Die Kampagne laeuft auf Plakaten, Social Media und in Berufsschulen.
Auch Weiterbildung organisiert der Verband: Sommelier-Lehrgaenge, Barkeeper-Schulungen, Pruefungen zum Hotelmeister oder Restaurantmeister. Wer in der Branche aufsteigen will, findet hier strukturierte Wege, und Abschluesse, die bundesweit anerkannt sind.
DEHOGA & Singles in der Branche
Was hat ein Branchenverband mit Partnersuche zu tun? Mehr, als du denkst. DEHOGA organisiert ueber seine Landesverbaende regelmaessig Branchentreffs, Stammtische und Kongresse. Die Internorga in Hamburg, die wichtigste deutsche Gastronomiemesse, ist DEHOGA-Hauptevent: fuenf Tage Networking, Workshops, Branchenparties. Hier triffst du Menschen, die deinen Schichtrhythmus verstehen, weil sie ihn selbst leben.
Auch auf Landesebene gibt es Termine: DEHOGA-Praesidiumstagungen, Jahreshauptversammlungen, regionale Innovationstage. Wer dort hingeht, lernt nicht nur fachlich Neues, sondern trifft auch Singles aus der Branche. Wirte, Hotelfachfrauen, Koechinnen, Sommeliers, Restaurantleiter. Menschen, die wissen, dass Samstagabend nicht frei ist und dass ein Date um 16:00 Uhr stattfindet, nicht um 20:00 Uhr.
Wenn du gezielt nach Partnern aus deiner Branche suchst, geh den Weg ueber Partnersuche Gastronomie oder spezifischer: Partnersuche fuer Koeche und Partnersuche Restaurantfachkraft. Branchen-Insider unter sich, kein Erklaeren mehr, warum du am Muttertag arbeitest.
Auch die jaehrlichen Auszubildenden-Freisprechungen, die jeder Landesverband ausrichtet, sind klassische Branchen-Events: Eltern, Ausbilder, frisch gepruefte Fachkraefte und Verbandsfunktionaere kommen zusammen. Oft mit anschliessendem Buffet und Tanz. Wer als junger Hotelfachmann oder als Koechin gerade ausgelernt hat, trifft hier die naechste Generation der Branche. Und nicht selten entstehen daraus mehr als nur Berufskontakte.
Hinzu kommen die regionalen DEHOGA-Awards: "Wirt des Jahres", "Beste Auszubildende", "Innovativster Betrieb". Solche Gala-Abende mit mehreren hundert Branchengaesten sind Pflichttermine, wenn du in der Region jemand werden willst, und gleichzeitig perfekte Gelegenheit, Menschen zu treffen, die deine Arbeit und deinen Rhythmus verstehen.
DEHOGA ist nicht nur Politik in Berlin. DEHOGA ist auch das Netzwerk hinter jedem Branchen-Stammtisch, jedem Tag der offenen Tuer im Hotel und jeder Auszubildenden-Freisprechung in der IHK. Wer in der Gastronomie arbeitet, lebt mit DEHOGA, und kann das Netzwerk auch privat nutzen. Die Verbindung zwischen Beruf, Branche und Privatleben ist in der Gastronomie enger als in vielen anderen Wirtschaftszweigen. Wer das versteht, nutzt es.
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