Foto: City Foodsters / Wikimedia Commons CC BY 2.0
Tim Raue kocht seit Jahrzehnten auf Zwei-Sterne-Niveau – aber privat bestellt er sich Schweinenacken-BBQ und backt Lieferpizza im 300-Grad-Ofen nach. Im BUNTE-Interview ließ der Berliner Sternekoch einen seltenen Blick hinter die Kulissen zu.
Tim Raue: Was er wirklich isst
Der 51-jährige Berliner ist Juror bei den Uber Eats Awards 2026 und hat im Gespräch mit BUNTE.de-Redakteurin Vanessa Camek kein Blatt vor den Mund genommen. Gefragt nach seiner persönlichen Henkersmahlzeit, antwortete Tim Raue ohne Umschweife: "Gäbe es eine Henkersmahlzeit, dann wäre es für mich 'kantonesisches Char Siu' – das ist ein BBQ vom Schweinenacken, das ich mir via Uber Eats von 'Good Friends' in Berlin bestelle. Dazu Lauch-Ingwer-Sauce und eine Schale Reis und die Welt ist wieder gut!"
Und das Gegenteil? Austern. Und Nieren. "Austern und Nieren muss ich nicht haben", sagte Raue trocken. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Wer mit zwei Michelin-Sternen arbeitet, darf das so sagen.
Tim Raue: Pizza aus dem Ofen, nicht vom Fließband
Raue steht auf Burger, Pizza und chinesisches Essen – das klingt nach dem, was die meisten Leute essen, wenn niemand zuschaut. Den Unterschied macht er bei der Pizza: Er lässt den Ofen auf 300 Grad vorheizen und schiebt die gelieferte Pizza nochmal für zwei bis drei Minuten rein, bis sie knusprig ist. "Bis sie schön kross sind", so Raue im Interview. Kein Geheimnis, aber ein Trick, der funktioniert.
Was gutes Essen für ihn ausmacht, hat er bei den Uber Eats Awards klar formuliert: "Grundsätzlich geht es mir darum, dass der Geschmack eines Gerichtes intensiv und trotzdem balanciert ist, dass ein Pizzateig gesalzen und knusprig ist, jede Zutat perfekt verarbeitet ist und das gesamte Gericht mit jedem Bissen begeistert." Das gilt für Drei-Gänge-Menüs genauso wie für die bestellte Pizza.
Tim Raue und der Matcha-Hype
Aktuelle Food-Trends interessieren Raue wenig. Den Matcha-Boom findet er schlicht falsch verstanden: "Matcha ist zum Beispiel ein meditatives, bitteres Getränk, das etwas ganz Besonderes ist. Was in Shakes und vor allem mit der Zugabe von Milchprodukten daraus entsteht, ist einfach grausam." Harte Worte – aber er meint das gastronomisch, nicht persönlich. Wer das Produkt kennt, versteht, wo er herkommt.
Raue betreibt in Berlin das gleichnamige Restaurant Tim Raue mit zwei Michelin-Sternen und ist bekannt für seine Interpretation asiatischer Küche. Das Char-Siu-Bekenntnis passt dazu: Wer chinesisches BBQ als Henkersmahlzeit wählt, hat eine echte Verbindung zu dieser Küche.
Das Wichtigste im Überblick:
- Tim Raue (51), 2 Michelin-Sterne, Berlin
- Henkersmahlzeit: Kantonesisches Char Siu von Good Friends Berlin, Lauch-Ingwer-Sauce, Reis
- Verzichtet gern auf: Austern und Nieren
- Pizza-Trick: Ofen 300 Grad, 2–3 Minuten nachbacken
- Matcha-Hype: "Was in Shakes daraus entsteht, ist einfach grausam"
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Tommy Honold
Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte
Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.