Hessen lebt vom Gastgewerbe wie kaum ein zweites Bundesland. Zwischen Frankfurter Skyline, Wiesbadener Kurviertel und nordhessischer Maerchenstrasse arbeiten zehntausende Menschen in Hotels, Restaurants, Apfelweinwirtschaften und Messehotels. Mittendrin steht DEHOGA Hessen als Landesverband im Deutschen Hotel- und Gaststaettenverband. Du bekommst hier den Ueberblick: Wer fuehrt den Verband, welche Themen treibt er, wie haengt er mit den Berufsschulen zusammen und warum ist die Rhein-Main-Region ein eigenes gastronomisches Spielfeld? Frankfurt ist Messeplatz, Finanzdrehscheibe und Flughafen-Hub. Wiesbaden ist Landeshauptstadt mit Kurtradition. Kassel zieht zur documenta die Welt an. All das landet auf den Schreibtischen der Geschaeftsstelle in Frankfurt.
DEHOGA Hessen: Zahlen & Fakten
Die Geschaeftsstelle liegt in Frankfurt am Main, dem groessten Wirtschaftszentrum des Bundeslandes. Das passt zur Branche: Frankfurt vereint Messehotellerie, Bankenviertel-Gastronomie, Flughafen-Catering und eine ueberraschend lebendige Apfelweinszene in Sachsenhausen auf engem Raum. Wer den Sitz hier waehlt, sitzt mitten in der wirtschaftlichen Schaltzentrale Hessens.
Hauptgeschaeftsfuehrer ist Julius Wagner, Stand 2024 und 2025. Er ist die feste Stimme des Verbandes in Interviews, Pressemitteilungen und Branchentreffs. Wagner kommentiert regelmaessig die wichtigen Politikthemen: Mehrwertsteuer auf Speisen, Fachkraeftemangel, Energiekosten und die Lage am Frankfurter Flughafen, der fuer die hessische Hotellerie ein eigener Kosmos ist.
Der Verband zaehlt zwischen 12.000 und 14.000 Mitgliedsbetriebe. Die Spannbreite haengt vom Stichtag ab und davon, welche Nebenbetriebe mitgezaehlt werden. Hessen ist eines der staerker organisierten Bundeslaender, weil die Hotellerie rund um Messe und Flughafen traditionell verbandsnah arbeitet. Daneben gibt es tausende Apfelweinwirtschaften, Landgasthoefe in der Wetterau, im Vogelsberg, im Odenwald und in Nordhessen sowie Stadthotels in Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt, Giessen, Marburg, Fulda und Kassel.
Strukturell ist DEHOGA Hessen in mehrere Bezirksverbaende gegliedert. Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Kassel sind die wichtigsten Bezirksstellen. Sie sind Ansprechpartner vor Ort, organisieren Stammtische, Schulungen und Pressetermine. So bleibt der Landesverband nah an den Mitgliedern, ohne dass jeder Wirt nach Frankfurt fahren muss.
Aufgaben & Schwerpunkte
Die Aufgabenliste ist breit, das Themenspektrum reicht von Landespolitik bis Apfelweinschutz. Im Wiesbadener Landtag lobbyiert der Verband fuer Hotellerie und Gastronomie. Themen sind Sperrzeitenregelungen, Tourismusfoerderung, Gewerbesteuerhebesaetze und die Auflagen fuer Aussenbestuhlung. Hessen ist hier oft Vorreiter, weil Frankfurt als urbane Hochburg eigene Massstaebe setzt.
Messepolitik ist ein zweites Schwerpunktfeld. Frankfurt traegt die Buchmesse, eine der weltgroessten Branchenveranstaltungen. Die Automechanika fuellt jedes zweite Jahr Hotels und Restaurants bis nach Mainz, Hanau und Aschaffenburg. Heimtextil, Ambiente und ISH ziehen zusaetzlich internationale Gaeste in die Stadt. Die IAA ist 2021 nach Muenchen abgewandert, was Frankfurt einen festen Messekunden gekostet hat. DEHOGA Hessen verhandelt mit Messe Frankfurt, Stadt und Hotellerie ueber Kontingente, Preisstrukturen und Sonderoeffnungszeiten.
Die Apfelwein-Branche ist ein Sonderkapitel. Sachsenhausen, Bornheim, der Frankfurter Norden und die Apfelweinroute durch die Wetterau leben von Stoeffche, Bembel und Rippche. Der Verband setzt sich fuer den EU-geografischen Schutz von Hessischem Apfelwein ein, eine Frage, die Brauchtum und Marktwert gleichermassen betrifft. Daneben werden Werbekampagnen mit Hessen Tourismus und der Apfelwein-Wirte-Initiative koordiniert.
Flughafen-Gastronomie und Hotellerie sind ein eigenes Geschaeftsfeld. Rund um Fraport haengen tausende Hotelzimmer, Konferenzhaeuser und Gastrobetriebe. DEHOGA Hessen ist Ansprechpartner fuer Themen wie Schichtarbeitsregelungen, Nachtflugverbot und Personalpendelverkehr. Der Flughafen ist auch ein Sondermarkt bei Tariffragen: viele Beschaeftigte arbeiten in Nacht- und Wochenendschichten, und die Loehne liegen meist ueber dem hessischen Durchschnitt.
Buerokratiekritik gehoert ebenfalls zum Kerngeschaeft. Hessische Wirte beklagen lange Genehmigungswege fuer Aussenflaechen, unterschiedliche Praxis zwischen Frankfurt, Wiesbaden und Kassel und uneinheitliche Hygienevorgaben. Der Verband sammelt Beschwerden, bringt sie ins Wirtschaftsministerium und arbeitet an Standardisierungen mit Hessen Tourismus und den kommunalen Spitzenverbaenden.







