Schleswig-Holstein ist gastronomisch eine eigene Liga. Du hast hier zwei Kuesten, eine Handvoll Inseln und einen Tourismus-Rhythmus, der zwischen Mai und Oktober alles abverlangt, und im November wieder den Stecker zieht. Vom Soel'ring Hof in Rantum bis zum Fischbroetchen-Stand am Holtenauer Hafen, von der Sansibar in Rantum bis zu den Marzipan-Cafes in Luebeck spannt sich das Spektrum. Der DEHOGA Schleswig-Holstein buendelt diese sehr unterschiedlichen Welten unter einem Dach. Saisongastronomie, Insel-Logistik, Mitarbeiter-Wohnraum und der harte Tourismuswettbewerb mit Mecklenburg-Vorpommern und Daenemark sind hier kein Theorie-Stoff, sondern Alltag. Diese Cluster-Seite gibt dir den Ueberblick: Wer fuehrt den Verband, was steht 2026 auf der Agenda, wo sitzen die Buero-Standorte, und warum lohnt sich das Lobbynetz fuer dich als Wirt oder Hotelchef zwischen Sylt und Travemuende.
Zahlen & Fakten
Die Landesgeschaeftsstelle sitzt in Kiel, wenige Minuten vom Landtag entfernt. Hauptgeschaeftsfuehrer ist Stefan Scholtis. Er ist das Gesicht des Verbands gegenueber Politik, Medien und Tarifpartnern und steuert die kleine, aber schlagkraeftige Geschaeftsstelle am Standort Kiel. Geschaetzt vertritt der DEHOGA Schleswig-Holstein rund 5.000 bis 7.000 Mitgliedsbetriebe. Das ist im Bundesvergleich eine mittlere Groesse, aber wirtschaftlich ueberproportional bedeutsam, weil der Tourismus in Schleswig-Holstein einen hoeheren BIP-Anteil hat als in den meisten anderen Bundeslaendern.
Strukturell ist der Landesverband in mehrere Bezirks- und Kreisstellen organisiert. Luebeck, Flensburg und die Sylt-Foehr-Schiene haben eigene Anlaufpunkte. Diese Aufteilung ist nicht kosmetisch, sondern Notwendigkeit: Wer in Westerland einen Saisonbetrieb fuehrt, hat andere Sorgen als ein Hotelier am Plattlinger See oder ein Wirt in Lauenburg an der Elbe.
Das Praesidium und der Vorstand werden von aktiven Unternehmern getragen. Hotelchefs von der Kueste, Restaurantbetreiber von der Ostsee, Saison-Gastronomen von den Inseln. Diese ehrenamtliche Spitze sorgt dafuer, dass die Geschaeftsstelle in Kiel nah am Tagesgeschaeft bleibt und nicht in Verwaltungssprache abrutscht.
Aufgaben & Schwerpunkte
Lobbyarbeit im Kieler Landtag ist die Pflichtuebung. Der Verband sitzt am Tisch, wenn ueber Sperrzeiten, Tourismusabgabe, Strandhygiene oder Aussengastronomie debattiert wird. Besonders heiss laeuft das Thema Sylt-Wassermangel. Die Insel hat strukturell zu wenig Trinkwasser fuer ihre Saison-Auslastung, und jede Hochsaison wird zur Logistik-Lehrstunde. Der DEHOGA Schleswig-Holstein lobbyiert hier fuer Investitionen in Infrastruktur und gegen pauschale Auflagen, die Saisonbetriebe ueberfordern.
Die Fehmarnbelt-Querung ist ein zweites grosses politisches Feld. Wenn der Tunnel zwischen Puttgarden und Roedby fertig ist, veraendert sich der gesamte Verkehrsstrom auf der Ostsee-Achse. Hotels und Restaurants entlang der Vogelfluglinie bereiten sich auf neue Gaestestroeme vor, gleichzeitig droht Fehmarn selbst zur Durchreiseinsel zu werden. Der Verband begleitet diese Debatte seit Jahren und versucht, regionale Foerderprogramme fuer das Gastgewerbe abzusichern.
Auch Helgoland steht auf der Agenda. Die einzige deutsche Hochseeinsel hat eine ganz eigene Versorgungslage. Fischrestaurants, Hotels, Tagestouristen-Cafes: Alles haengt am Faehrplan und am Wetter. Der DEHOGA Schleswig-Holstein vertritt die Helgolaender Wirte in Kiel und Berlin, wenn es um Sonderregelungen, Faehrsubventionen oder Inselversorgung geht.
Auf der Arbeitnehmerseite ist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststaetten Tarifpartner. Saison-Zuschlaege, Mitarbeiter-Unterkunft-Regelungen und Stundenloehne werden hier verhandelt. Schleswig-Holstein ist beim Thema Saisongesetzgebung bundesweit Vorreiter, weil die Branchenrealitaet nirgendwo so saisonal ist wie hier.







