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Der Wiener Sternekoch Lukas Mraz hat ein ungewöhnliches Problem: Sein Restaurant Mraz & Sohn ist für das gesamte Jahr 2026 ausreserviert. Was das für ihn bedeutet — und warum er beim Social-Media-Post nervös war.
Lukas Mraz: Das Wiener Restaurant, das man nicht mehr buchen kann
Ein Post auf Social Media, drei Worte — und schon war das Netz voll davon. „2026 ist ausreserviert", schrieb Lukas Mraz Ende Juli 2026. Tatsächlich ist das Mraz & Sohn in Wien für das gesamte laufende Jahr vergeben. Selbst 2027 wird laut Mraz bereits eng.
Mraz gibt zu: Er war vor dem Post nervös. „Ich hatte Sorge, dass es arrogant rüberkommen könnte, wenn man sagt, dass man ausgebucht ist." Die Reaktion war eine andere: Die Leute haben sich mit ihm gefreut.
Dabei ist das Phänomen nicht neu. Schon vor sieben, acht Jahren vergab das Restaurant an einem Freitag den letzten Tisch für die kommende Woche. Nach dem Lockdown liefen die Gäste die Türen ein, Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr entstanden. „Für ein ganzes Jahr" ist jedoch eine neue Dimension.
Lukas Mraz: Familienbetrieb seit 35 Jahren
Hinter Mraz & Sohn steckt eine Geschichte, die drei Generationen umfasst. Der Großvater war das erste „Mraz", der Vater Markus der „Sohn". Jetzt führt Lukas die Küche — in einem Betrieb, der seit 35 Jahren besteht. Markus Mraz fehlte in dieser Zeit genau zwei Tage — wegen Corona.
Das prägt den jungen Koch. „Ich bin jeden Tag gerne da und sehr dankbar, dass ich das machen darf", sagt Lukas Mraz. Pflicht oder Überwindung? Für ihn keine Kategorien.
Lukas Mraz: 188 Euro für das billigste Restaurant auf diesem Niveau
Das klingt wie ein Widerspruch — ist es aber nicht. Mraz & Sohn arbeitet ausschließlich mit ganzen Tieren. Das macht die Ware günstiger, reduziert Abfall und ermöglicht es, ein breites Publikum anzusprechen: Vom Anzugträger bis zum Kunststudenten sitzen alle am Tisch.
„Kostet das Menü statt 188 dann 300 Euro, schließt du viele Schichten aus", erklärt Mraz. Das Surprise-Menü — Gäste wählen nichts, alles ist Überraschung — ergänzt diesen Ansatz. Auf der Website gibt es kaum Fotos, auf Instagram werden keine Gerichte gepostet, solange sie auf der Karte stehen. Ungewissheit als Erlebnis: „Ich will, dass die Gäste reinkommen und sich denken: Okay, wow, was ist hier los?"
Die Bewertungskultur sieht Mraz kritisch: „Heutzutage kann jeder jeden anonym bewerten. Problematisch ist das vor allem, weil es oft Leute sind, die keine Ahnung haben, wie so etwas gemacht wird." Seit zehn Jahren liest er keine Ratings mehr — eine bewusste Entscheidung für seinen eigenen Kopf.
Das Wichtigste im Überblick:
- 2026 komplett ausreserviert, 2027 bereits eng
- Menüpreis: 188 Euro — unter dem Level-Vergleich günstig
- 35 Jahre Familienbetrieb: Opa, Vater Markus, Lukas
- Keine Food-Fotos online — Überraschung ist Konzept
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Tommy Honold
Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte
Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.